Das soziale Leben in Deutschland ist seit dieser Woche weiter eingeschränkt. Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, haben sich Bund und Länder am Wochenende auf weitere Ausgangsbeschränkungen geeinigt. Eine generelle Ausgangssperre gibt es bisher nicht, allerdings dürfen sich ab sofort nicht mehr als zwei Menschen zusammen im Freien aufhalten, es sei denn, sie gehören zur selben Familie. …
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… Die Statista-Grafik zeigt, wie Social Distancing die Ausbreitung des Coronavirus aufhalten kann. Steckt eine Person nur 2,5 Personen an, kann dies 30 Tage später 406 Neuinfektionen zu Folge haben. Durch weniger soziale Kontakte kann diese Zahl deutlich reduziert werden. Grundlage für die Grafik ist eine Berechnung von Robert A. J. Signer, Professor für Medizin an der University of California San Diego, die er auf seiner Internetseite Signer Laboratory veröffentlicht.
Verstöße gegen die neuen Kontaktbeschränkungen in Deutschland sollen von den Ordnungsbehörden und der Polizei überwacht werden. Bundesweite Vorgaben zu Strafen gibt es bisher nicht, die Regierung setzt vorerst auf das Verständnis der Bürger.
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Das komplette Interview mit Gerald Echterhoff vom 21.3.2020 im Dlf Kultur hören:
Die Einleitung zum Interview:
Panik oder Party?
Corona bringt uns in ein Dilemma, sagt der Sozialpsychologe Gerald Echterhoff. Denn in der Not rücken wir eigentlich instinktiv zusammen. Doch jetzt ist räumliche Distanz gefordert. Das kostet Kraft und Disziplin. Schaffen wir das?
Die Coronakrise ist eine noch nie dagewesene Situation, sagt der Professor für Sozialpsychologie, Gerald Echterhoff. Sie stelle uns auch psychisch vor völlig neue Herausforderungen. Denn während die Menschen in Notzeiten normalerweise näher zusammenrücken, müssen sie nun räumliche Distanz üben, „was unseren sozial völlig in Fleisch und Blut übergegangenen Verhältensweisen total zuwiderläuft“. Denn der Mensch sei „die ultrasoziale Spezies“.
Um so wichtiger sei es, nur physisch auf Distanz zu gehen, nicht aber emotional, und miteinander in Kontakt zu bleiben. Dabei könne die Krise auch Chancen bieten: „Wollen wir vielleicht Chancen für soziales Experimentieren ergreifen, andere, neue Möglichkeiten der Kontaktaufnahme ausloten?“
„Unser übliches Verhaltensrepertoire gerät ins Schwimmen“
Die Krise bedeute natürlich enormen Stress, für den Einzelnen wie für die Gesellschaft. Es sei wichtig zu akzeptieren, dass „uns unser übliches Verhaltensrepertoire ins Schwimmen gerät.“ Geboten sei Toleranz sich selbst gegenüber und mit den ebenfalls gestressten und überlasteten Mitmenschen.
Dabei gebe es allerdings Grenzen, bei deren Überschreiten Strafen drohen sollten, sagt Echterhoff mit Blick auf die Diskussion über Ausgangssperren. Aus psychologischer Sicht gebe es eine große Trägheit, eingeübte Verhaltensmuster zu ändern. Doch „die Ereignisse rücken uns jetzt auf die Pelle“.
Corona-Partys sieht der Sozialpsychologe als Abwerreaktion gegen Angst und Unsicherheit, auch als eine Form von Trotz gegen Einschränkungen von Freiheiten. Dabei sei auch ein gewisser Zynismus im Spiel.
Eine weitere Art, mit der Unsicherheit umzugehen, sei das Hamstern. Das sei eine Form von Aktionismus, es gebe den Menschen angesichts einer unsichtbaren Gefahr das Gefühl, „einfach mit Handlungen zu reagieren, weil das an anderen Stellen häufig jetzt so ist, dass wir gar nicht mehr wirklich handeln können, sondern dass das Unterlassen von Handlung gerade die Maßgabe in der aktuellen Krisensituation ist“.
Vielen Lesern mag meine Betrachtung „darwinistisch” oder zynisch vorkommen. Es geht mir aber darum, auf der Basis der dürftigen vorliegenden Informationen zu bewerten, ob es gerechtfertigt, angemessen und erfolgversprechend ist, eine wirtschaftliche Depression auszulösen. Der Nobelpreisträger Rogoff erklärte gegenüber dem Manager-Magazin, dass zur Beendigung der Krise in Europa und Amerika ein ökonomischer Impuls von je einer Billion Dollar nötig sei. Man muss diese Meinung nicht teilen, die Aussage belegt aber die Dimension des bereits eingetretenen Schadens. […]
Lesen Sie den Artikel, der mit solch´ einer Vorbemerkung beginnt. Hier ein weiterer Ausschnitt:
Foto: Andrea Schaufler // Grün-kursive Zitate und kompletten Artikel lesen: Hier klicken
1. Das statistische Bundesamt weist für 2017 954.874 Todesfälle aus. Das sind 79.573 im Monat und 2.652 am Tag. 344.530 davon starben an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, 227.600 an Krebs und 68.400 an Atemwegserkrankungen. Weltweit waren die drei höchsten Todesursachen laut WHO 2006 Atemwegserkrankungen (3,9 Mio.), Aids (2,9 Mio.), und 2,1 Mio. starben an Durchfallerkrankungen.
2. Auf die Sterblichkeit in Europa hat sich das Corona 19 Virus bisher nicht ausgewirkt. EURO MOMO veröffentlicht die Zahlen wöchentlich. Die Sterblichkeit aller Europäer liegt sowohl in Italien als auch in der EU in der 10. Woche unter dem langjähren Mittel. Übrigens sterben in Europa auch ohne Corona in der Woche zwischen 50.000 und 60.000 Menschen.
3. Das Deutsche Ärzteblatt berichtet am 11.03.2019 von einer rollenden Grippewelle in Rheinland-Pfalz. In einer Woche infizierten sich 1.300 Menschen neu, fast 7.000 Fälle sind im Land registriert, 9 davon sind laut Totenschein ursächlich an der Influenza gestorben.
Ebenfalls im Deutschen Ärzteblatt wird darauf hingewiesen, dass seit Oktober 2019 insgesamt 119.228 Influenzafälle labordiagnostisch festgestellt wurden, 17 Prozent mussten stationär aufgenommen werden. „Da nur ausgewählte Praxen Influenzaproben an das RKI schicken, dürfen die realen Fallzahlen höher liegen. Sie werden erst nach dem Ende der Grippesaison auf Deutschland hochgerechnet. Bisher wurden 202 Todesfälle an das RKI übermittelt. 87 Prozent der gestorbenen Patienten waren älter als 60 Jahre.
Laut des Präsidenten des RKI Lothar Wieler kamen bei der Grippewelle 2017/18 25.100 Menschen ums Leben. Es gab 9 Millionen Arztbesuche und rund 45.000 stationäre Aufenthalte.
Alles, was gegenwärtig passiert ist im wahrsten Sinne des Wortes unglaublich. Und deshalb gibt es jetzt auch so viele Verschwörungstheorien. Ich habe schon die ganze Zeit damit gerechnet, dass irgendetwas passieren würde, eine Erschütterung, etwa dass der Euro oder die EU den Bach runter gehen würde. Ich dachte also wie alle in den üblichen Parametern, aber das, was jetzt passiert habe ich nicht im entferntesten auf dem Radar gehabt, das hat kein Mensch gedacht. Das war noch vor zwei drei Wochen etwas vollkommen Unvorstellbares. Und damit werden wir nicht fertig – ich auch nicht. Andererseits sehe ich mit einer gewissen Sorge mit welcher Schnelligkeit und Leichtigkeit und auch Effizienz die Bürgerrechte den Bach heruntergehen.
Der weggekürzte Originalanfang meines Artikels zur 11. Woche „Woher kommt der Strom?„
Corona hin, Corona her, die Wochenzusammenfassung mit den Tagesanalysen werden weiterhin jede Woche auf der Achse veröffentlicht. Zusatzinformationen werden allerdings eingeschränkt werden. Nur wenn sich relevante, neue Aspekte in Sachen Energiewende auftun, werde ich diese in die wöchentliche Analyse aufnehmen. Wenn Sie spezielle Fragen oder Themen haben, die behandelt werden sollten/müssen, schicken Sie eine Mail an stromwoher@mediagnose.de.
Deutschland wird seine Klimaziele erreichen (Abbildung). Nicht wegen der Energiewende. Wegen einer vollkommen ohne Not (Abbildung 1) eingeleiteten Stilllegung des öffentlichen Lebens mit weitestgehender Deindustrialisierung in letzter Konsequenz. Davon wird sich Deutschland, die westliche Welt nicht so schnell erholen. Wenn dies denn überhaupt gewollt ist. Robert Habeck sagte es vor einiger Zeit in vollem Besitz seiner Geisteskraft, dass er so etwas wie „ein [politisch-wirtschaftlich, R. St.] effizientes System“ wie in China wolle: Wollen wir das, oder wollen wir das nicht? … Ja, ich würde sagen, ja, das wollen wir, …“ (Abbildung 2) Dank Corona sind wir auf dem besten Weg dorthin. Der erste Schritt, meines Erachtens ein kalter Staatsstreich, die fast komplette Stilllegung des öffentlichen Lebens mit unabsehbaren Folgen für die Wirtschaft, für die Psyche der Menschen (Abbildung 3) für Deutschland, für die westliche Welt und Lebensweise ist getan.
[…]
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Abbildung
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Immerhin ein Gutes hat die Corona-Krise: Deutschland dürfte im laufenden Jahr seine Klimaziele erreichen. Die Treibhausgasemissionen würden vermutlich um 40 bis 45 Prozent unter dem Vergleichswert von 1990 liegen, teilt die Denkfabrik Agora Energiewende mit. Das Ziel der Bundesregierung beträgt 40 Prozent. Viele Fachleute hatten lange angezweifelt, dass es erreicht werden könnte.
Agora Energiewende sieht den Grund für den Erfolg in zwei Einmaleffekten. Der milde Winter mit ausgeprägten Winterstürmen habe die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien ansteigen und den Strom- und Energieverbrauch für das Heizen sinken lassen, teilt die Organisation mit. Hinzu kämen seit Mitte März die Folgen der Corona-Krise, deren Folgen für das Gesamtjahr sich bereits jetzt abschätzen ließen.
Wegen der nachlassenden Personenbeförderung sänken die Emissionen aus dem Verkehr, infolge des Konjunktureinbruchs gehe die industrielle Nachfrage nach Strom und Erdgas zurück, hat Agora berechnet.
[…]
Ist schon irgendwie ein bisschen zynisch. Deutschland fährt mit Karacho aber so was vor die Wand. Wirtschaftlich, aber vor allem auch psychosozial. Die Welt in hundert Jahren, die wird jetzt aber endlich gerettet.
An Samstag, den 21.3.2020 gab es erheblich weniger Neuinfizierte, als am Freitag davor. Der Sachstand könnte sich bis zum Erscheinungstag dieses Zusatzartikels zur Kolumne „Woher kommt der Strom?“11. Woche bereits erheblich geändert haben. Rufen Sie deshalb den aktuellen Artikel auf:Hier oder oben klicken.
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Abbildung 2
Habeck will „China„:
Es gibt einen Warnhinweis zum Videoausschnitt:
Die Correctiv-Überprüfung, die belegen soll, dass das, was Herr Habeck sagt, nicht so gemeint – verzerrt – sei: Hier klicken
Ganz sicher gibt es viele kleine Relotiusse, die Fakten hinbiegen, wie sie wollen. Doch Robert Habecks Aussage ist klar. Auch im Zusammenhang des gesamten Interviews (Aussage ab Minute 8:33 bis 10:44):
Da beißt die Maus kein´ Faden ab.
Im Übrigen finde ich es nicht schlimm, dass Herr Habeck so ehrlich ist. Wahrscheinlich ist er froh über die so genannte Corona-Krise. Am Ende könnte eine China-ähnliche Demokratur mit den „GutenDiktator“ – Habeck? – stehen.
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Das komplette Interview mit Gerald Echterhoff vom 21.3.2020 im Dlf Kultur hören:
Der Einleitungstext zum Interview:
Panik oder Party? Corona bringt uns in ein Dilemma, sagt der Sozialpsychologe Gerald Echterhoff. Denn in der Not rücken wir eigentlich instinktiv zusammen. Doch jetzt ist räumliche Distanz gefordert. Das kostet Kraft und Disziplin. Schaffen wir das?
Die Coronakrise ist eine noch nie dagewesene Situation, sagt der Professor für Sozialpsychologie, Gerald Echterhoff. Sie stelle uns auch psychisch vor völlig neue Herausforderungen. Denn während die Menschen in Notzeiten normalerweise näher zusammenrücken, müssen sie nun räumliche Distanz üben, „was unseren sozial völlig in Fleisch und Blut übergegangenen Verhältensweisen total zuwiderläuft“. Denn der Mensch sei „die ultrasoziale Spezies“.
Um so wichtiger sei es, nur physisch auf Distanz zu gehen, nicht aber emotional, und miteinander in Kontakt zu bleiben. Dabei könne die Krise auch Chancen bieten: „Wollen wir vielleicht Chancen für soziales Experimentieren ergreifen, andere, neue Möglichkeiten der Kontaktaufnahme ausloten?“
„Unser übliches Verhaltensrepertoire gerät ins Schwimmen“
Die Krise bedeute natürlich enormen Stress, für den Einzelnen wie für die Gesellschaft. Es sei wichtig zu akzeptieren, dass „uns unser übliches Verhaltensrepertoire ins Schwimmen gerät.“ Geboten sei Toleranz sich selbst gegenüber und mit den ebenfalls gestressten und überlasteten Mitmenschen.
Dabei gebe es allerdings Grenzen, bei deren Überschreiten Strafen drohen sollten, sagt Echterhoff mit Blick auf die Diskussion über Ausgangssperren. Aus psychologischer Sicht gebe es eine große Trägheit, eingeübte Verhaltensmuster zu ändern. Doch „die Ereignisse rücken uns jetzt auf die Pelle“.
Corona-Partys sieht der Sozialpsychologe als Abwerreaktion gegen Angst und Unsicherheit, auch als eine Form von Trotz gegen Einschränkungen von Freiheiten. Dabei sei auch ein gewisser Zynismus im Spiel.
Eine weitere Art, mit der Unsicherheit umzugehen, sei das Hamstern. Das sei eine Form von Aktionismus, es gebe den Menschen angesichts einer unsichtbaren Gefahr das Gefühl, „einfach mit Handlungen zu reagieren, weil das an anderen Stellen häufig jetzt so ist, dass wir gar nicht mehr wirklich handeln können, sondern dass das Unterlassen von Handlung gerade die Maßgabe in der aktuellen Krisensituation ist“.
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Damit nimmt der kluge Stratege Björn Höcke dem Verfassungsschutz den Wind aus den Segeln. Es gab ohnehin keine Mitgliederlisten o. ä., weil der Flügel keine Vereinsstruktur hat.
Dass das ganze Gewese um den Flügel ohnehin Unfug ist:Hier klicken
Der Deutschlandfunk bringt am 23.3.2020 ein Interview mit Kay Gottschalk:
Interview lesen: Hier klicken
Herr Kamann liegt auf WELTonline vollkommen richtig:Hier klicken
Ich halte die Gedanken, die der Flügel in Zukunft sozusagen flügellos präsentiert, für vollkommen legitim und im Rahmen der Meinungsfreiheit für geschützt.
Mit dem, was sich zur Zeit in Deutschland, in der westlichen Welt abspielt, wird …
… der Mensch …
… komplett und in jeder Hinsicht auf sich selbst zurückgeworfen.
Er muss mit sich und den Seinen, wenn er denn welche hat, mehr oder weniger in seinen 4 Wänden eingesperrt zurechtkommen. Da ist der Lack schnell ab. Es wird menschliche Tragödien geben. Dagegen ist eine leichte Grippe-Erkrankung, egal durch welchen Erreger ausgelöst, ein Zucker schlecken.
Es wird nicht lange dauern, da werden sich Menschen zusammenrotten und gegen die angeblich notwendigen Maßnahmen protestieren. Die Kriminalität wird überproportional ansteigen. Häusliche Gewalt wird zunehmen. Es ist praktisch „Dauerweihnachten“. Das Land wird nicht nur wirtschaftlich, das Land wird auch kulturell und sozial untergehen.
Das Märchen vom bösen Trump und dem Impfstoff-Klau
Wenn man von eigenem Fehlverhalten oder Missetaten ablenken will, empfiehlt sich stets der Ruf: „Haltet den Dieb, da läuft er“. Dieses Spiel ließ sich dieser Tage in geradezu destillierter Form beobachten. Deutsche Medien und Politiker, die angesichts der Corona-Krise eigentlich genug Anlass hätten, sich selbst an die Nase zu fassen, bringen ihren Lieblingsdieb zur Strecke: Donald Trump, wen sonst.
Trump hat für die USA zwar bereits vor über sechs Wochen die Einreise aus China für Nicht-Staatsbürger unterbunden, während hierzulande weiterhin munter Passagiere von dort bei uns landen und unkontrolliert einreisen. Das hindert beispielsweise die Süddeutsche Zeitung nicht daran, Trump „Versagen“ in der Corona-Krise vorzuwerfen. Überschrift: „Virus trifft Inkompetenz“. Sie meinen, wie gesagt, die USA, nicht Deutschland. Hier ist offenbar alles paletti. Oder, noch besser, DIE WELT: „Trumps Attacke auf Deutschland kaschiert Amerikas Angst vor dem Chaos“.
Man kann das freilich auch anders herum sehen: „Deutschlands Attacke auf Trump kaschiert Deutschlands Angst vor dem Chaos“. Diese Version ist erheblich plausibler. Die Mischung aus Dummheit, Arroganz und provinzieller Selbst-Überschätzung lässt sich an folgender kleinen Episode geradezu beispielhaft beschreiben.
„Der unverschämte Angriff auf CureVac ist ein Weckruf für Deutschland“, schreibt Die Welt und setzt damit eine Kampagne fort, die von der Welt am Sonntag losgetreten wurde. „Donald Trump greift nach deutscher Impfstoff-Firma“ hatte die berichtet, „die Tübinger Firma CureVac forscht unter Hochdruck an einem Corona-Impfstoff. Nach Welt am Sonntag-Informationen will sich die US-Regierung die Rechte daran exklusiv sichern. Die deutsche Regierung versucht, das zu verhindern“.
Es ginge um die Firma CureVac, die mit dem bundeseigenen Paul-Ehrlich-Institut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel an der Herstellung eines Impfstoffs gegen das Virus Sars-CoV-2 arbeite. Daniel Menichella, bis vergangenen Mittwoch Chef der Firma, habe Anfang März an einem Treffen von Pharmamanagern mit Präsident Trump im Weißen Haus teilgenommen. Und dort sei ihm ein unsittliches Angebot gemacht worden.
Wer sich den Informationsstand inzwischen anschaut, kann nur feststellen, dass es sich um einen Sturm im Wasserglas handelt, bei dem die Methode „Haltet den Dieb“ auf einen latenten Anti-Amerikanismus traf und sich in der Parole „Haltet den Trump“ verbreitete wie ein Lauffeuer. Inzwischen gehört das Narrativ zum festen Anekdoten-Stamm deutscher Trump- und Amerikahasser. Deshalb hier ein paar Informationen zum Sachstand. […]
ZEITonline veröffentlicht am 15. März 2020 einen Artikel, …
… der einen Einblick in die „die Haltung“ – faktisch ist es Hetzen – gegen Andersdenkende, z. B. der AfD, in der zukünftigen neuen Zeit nach Corona gibt.
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Autor istMatthias Quent, Soziologe und Gründungsdirektor des Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft in Jena. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Rechtsradikalismus, Radikalisierung und Hasskriminalität. In seinem Gastbeitrag analysiert er die Zusammenhänge zwischen Rechtsradikalismus und der Corona-Pandemie.
Schon jetzt versuchen Rechtsradikale, die Situation auszunutzen, und fordern zum Beispiel generelle Grenzschließungen. Sie verbinden die Corona-Krise mit der humanistischen Krise an der griechisch-türkischen Grenze und missbrauchen die Pandemie dazu, jede Aufnahme von geflüchteten Menschen in Notsituationen abzulehnen. Ihr Interesse an der Schaffung eines Ausnahmezustands liegt nicht nur in der Sorge um die „Volksgesundheit“, von der etwa AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen spricht, begründet: Rechts-außen hofft, politisches Kapital aus der Angst und den besorgniserregenden Aussichten schlagen zu können.
[…]
Aus einem künftigen Zusammenbruch, aus den Ruinen der Demokratie, so die Hoffnung der Rechten, soll eine völkisch-nationalistische Erneuerung hervorgehen. Sie attestieren dem Liberalismus einen Verlust an völkischer Substanz und völkisch-nationalistischen Werten, der bisweilen als Werteverfall, als Kultur- und Identitätsverlust chiffriert wird. Damit können verbreitete Sorgen und rasche soziale Veränderungsdynamiken gleichsam abgerufen wie geschürt werden. Der Thüringer AfD-Chef Höcke, dessen Name bei der Pressekonferenz des Verfassungsschutzes immer wieder genannt wurde, kommentierte im vergangenen Jahr den brennenden Notre-Dame in Paris mit den Worten: „Welches Bild könnte unsere apokalyptische Zeit besser beschreiben?“ Der Historiker Robert Owen Paxton definierte die „obsessive Beschäftigung mit Niedergang, Demütigung oder Opferrolle einer Gemeinschaft“ als wesenhaft für den Faschismus. Für den Historiker Timothy Snyder war die apokalyptische Propaganda gar ursächlich für den Holocaust: „Wenn sich am Horizont eine Apokalypse abzeichnet, scheint es sinnlos zu sein, auf wissenschaftliche Lösungen zu warten, dann muss natürlich gekämpft werden, dann kommt die Stunde der Blut-und-Boden-Demagogen.“
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Ja, und dann hat die Bundesregierung auf einmal völlig rechtsradikal Grenzschließungen angeordnet. Schaut, schaut! Wobei es ohnehin sehr bemerkenswert ist, wie von hinten durch die Brust in´ s Auge auf einmal AfD-Positionen umgesetzt werden. Zum Beispiel an der türkisch -griechischen Grenze.