Essays

Ein Gedanke zu „Essays“

  1. Der Mai ist gekommen

    Der Mensch braucht Pausen, um zu verschnaufen, um zu verdauen und um Geist und Körper zu pflegen. Ich behaupte nicht, dass „Pausenmachen“ der Inhalt des Lebens ist, doch wer Müssiggang nicht schätzt, hat den Sinn für das „Leben und für das Schöne“ verloren. Wie können wir mit Themen wie Pandemie und Krieg umgehen, wenn wir uns davon nicht freimachen können, um der Sinnhaftigkeit des „Existierens“ Kraft zu verleihen?

    Jeder muss seinen eigenen Weg finden, um mit o. g. Verwerfungen klarzukommen. Für mich ist der Weg in die Natur der Schlüssel um wieder frei atmen zu können. Gerade jetzt im Frühjahr erleben wir nach der Winterruhe, wie die Natur sich mit der ihr gegebenen Kraft entfaltet und uns mit ihrer Farbenpracht begeistert. Es wäre falsch zu glauben, dass uns die Natur damit ein Schauspiel bieten will, denn jedes Erblühen, jeder Geruch und jede Veränderung dient der Evolution der Arten. Diese entfaltete Dynamik ist Teil der Schöpfungsgeschichte.

    Den Maibaum, Symbol für Fruchtbarkeit und Lebensfreude, kennen wir in unseren Breiten seit vielen Jahrhunderten. Nachweise über das Aufstellen des Maibaums gibt es bis zurück ins 12. JH. Die damit verbundene Feier im Freien ist das Ritual für Freiheit, Selbstfindung und der Wunsch für ein ertragreiches Jahr; denn der nächste Winter kommt bestimmt.

    Einst war der Maibaum ein Hexenbaum. Bei den Hexenverfolgungen des 17. JH, die überall und jederzeit, und besonders in der Walpurgisnacht vom 30. April zum 1. Mai, die Umtriebe der bösen Geister vermuteten, fand der Maibaum besondere Förderung. Der Stamm des Baumes musste dabei sorgfältig abgeschält sein, damit die Hexen sich nicht unter die Rinde festsetzen können. Solcher Aberglauben war auch der Hauptgrund, dass das Maibaumsetzen von den Aufklärern des 18. JH häufig verboten wurde.

    In der heutigen Zeit haben Frühlingsfeste den gleichen Chrakter. Selbst das Aufstellen des Maibaums erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit und insbesondere natürlich die damit verbundene Feier. Auch wird der 1. Mai als Tag der Arbeit, Tag der Arbeiterbewegung und des Arbeitskampfes gefeiert. Im Hintergrund ist auch hier der Aufbruch das eigentliche Symbol.

    Eine Wanderung am 1. Mai ist selbst in der heutigen Zeit in ländlichen Gegenden noch üblich. Die damit geäußerte Lebensfreude gehört mit zu dem Wunsch für ein „Gutes Jahr“! Wer durch blühende Wiesen läuft, die förmlich übersät sind mit heranschießenden Pflanzen, dem geschwungenen Bachlauf folgt, der an seinen Seiten noch die Reste des Mädesüß vom letzten Jahr aufweist und dabei die Flecken der gelbblühenden Sumpfdotterblume entdeckt, hat keinen Kopf für Negatives! Er fühlt sich pudelwohl und freut sich über die Wanderung und auf sein Bier oder Wein in der nächsten Schenke.

    Wir dürfen nicht verlernen zu leben trotz Krieg und Pandemie! Immer sind wir aufgefordert ,das Leben anzunehmen, trotz seiner Schattenseiten. Leid und Tod begleiten uns durch alle Phasen unseres Lebens und werden somit Teil von uns. Wir entscheiden selbst über unsere Empfindungen und werden nicht zu Sklaven von Krieg und Pandemie!

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