Statement von Gesundheitsminister Jens Spahn im Nachbericht zum Bericht aus Berlin vom 14.6.2020, welches Dr. Martin Vincentz wörtlich zitiert, was aber leider rein rhetorisch etwas untergeht, dass das so ist:
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Herr Renz, in Deutschland wurden in den vergangenen Wochen so viele Menschen auf das Coronavirus getestet wie nie zuvor, unter ihnen viele Reiserückkehrer und andere Menschen ohne Symptome. Nun zeichnet sich ein Kurswechsel ab weg von den Massentests zu einer gezielteren Testung von Verdachtsfällen. Wie bewerten Sie das?
Aus Sicht der Labormedizin ist dieser Kurswechsel zu begrüßen. Wir haben zu oft blind getestet, ohne dass es einen konkreten Anlass gab, und sind über das Ziel hinausgeschossen. Die Labore in Deutschland sind an ihrer Kapazitätsgrenze, und das in einer Situation, in der wir keine Lage erleben wie im Frühjahr, sondern eine relativ leichte Welle von Corona-Erkrankten. Angenommen, die Welle würde in den kommenden Wochen stärker werden, könnten wir das Niveau der Tests gar nicht mehr halten. Wir müssen jetzt Laborressourcen schonen, damit wir einen Puffer aufbauen für die wirklich schwierigen Zeiten. Außerdem bekommen wir bei der anlasslosen Massentestung symptomloser Menschen mehr falsche Testergebnisse.
Aber die Tests sind doch sehr genau, wie passt das zusammen?
Die guten PCR-Tests haben eine Güte von bis zu 99,5 Prozent. Das ist hoch und bleibt konstant, egal wie viel wir testen. Allerdings beeinflusst die Zusammensetzung der Gruppe, die wir testen, die Wahrscheinlichkeit, dass falsche Ergebnisse auftauchen. Entweder werden Menschen, die gar kein Virus tragen, als falsch positiv getestet oder tatsächlich Infizierte als falsch negativ. Das ist komplex, aber sehr wichtig für die Interpretation der Ergebnisse.
Der falsch Positive würde in Quarantäne geschickt, obwohl er dort nicht sein müsste. Das wäre im Einzelfall ärgerlich, aber das Virus würde sich nicht weiterverbreiten. Wo liegt das Problem?
Lieber einen Menschen zu viel in Quarantäne schicken, als einen Superspreader zu wenig, da bin ich dabei. Wir bekommen allerdings auch mehr falsch negative Ergebnisse. Diese Menschen tragen das Virus in sich, wiegen sich aber in trügerischer Sicherheit. Die Labore in Deutschland haben in der vergangenen Woche an die 900.000 Tests durchgeführt, und die Positivrate liegt bei etwa 0,9 Prozent. Wir haben es also mit einem signifikanten Maß an Unsicherheit zu tun. Das könnten wir verringern, indem wir gezielter testen und nicht einfach alle Reiserückkehrer. …
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Einschub MEDIAGNOSE
Wenn bei „guten PCR-Tests“ eine falsch-positiv Rate von 0,5% vorliegt, dann sind das bei 900.000 Testungen in einer Woche 4.500 Fälle. 3.600 tragen tatsächlich das Virus SARS-Cov-2, ein anderes Coronavirus oder Restteile von irgendwelchen Coronaviren in sich. Sind aber durchaus nicht alle krank. Die 4.500 falsch-positiven ohnehin nicht. Ich gehe davon aus, dass nicht nur „gute“ Tests verwendet werden, sondern auch solche mit einer Fehlerrate > 0,5%. Da sieht die Sache nochmal anders aus.
Fazit:Nur das Testen von Menschen mit Symptomen ist sinnvoll, weil dadurch die falsch-positiv Rate massiv sinkt*.
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… Wer sollte getestet werden?
Risikogruppen, zu denen gehören direkte Kontaktpersonen von Infizierten, etwa Schulkinder, wenn ihre Lehrerin positiv ist. Und Menschen, die Symptome haben, auch leichte wie etwa nur Halsschmerzen. Es muss nicht immer das volle klinische Bild sein. Wir brauchen eine intelligentere Auswahl derer, die wir testen. Das könnte eine App leisten, die Fragen stellt, mit welchen Gruppen man Kontakt hatte am Arbeitsplatz oder im Urlaub und ob es Symptome gibt. Und wir müssen wegkommen von dem Glauben, eine einmalige Testung gäbe uns ausreichende Sicherheit.
Wie meinen Sie das?
Der Test ist nur eine Momentaufnahme, das Ergebnis gilt nur für heute. Das Virus braucht ein paar Tage, bis es sich im Organismus so ausgebreitet hat, dass es auch nachweisbar ist. Die Inkubationszeit beträgt bis zu 14 Tage. Deshalb haben wir ja die 14-tägige Quarantäne. Die meisten Menschen entwickeln früher Symptome, zwischen fünf und zehn Tagen nach der Infektion. Nachweisen können wir das Virus aber frühestens zwei Tage, bevor Symptome auftreten. Wenn ich davor in einer ganz frühen Phase der Inkubationszeit getestet werde, wird das Ergebnis negativ sein. Ein paar Tage später wäre es aber positiv.
Dann wiegen uns die Tests von Reiserückkehrern auf der Autobahn gleich nach der Ankunft in Deutschland womöglich in falscher Sicherheit?
Die Gefahr ist groß. Spielen wir das mal durch. Angenommen, der Urlauber hat sich am letzten Abend vor seiner Abreise bei der Abschlussparty im Club infiziert und kommt jetzt nach Hause. Das Virus ist da noch nicht nachweisbar, der Test fällt negativ aus. In Wirklichkeit entwickelt sich das Virus unbemerkt ganz prächtig auf der Schleimhaut. Bestärkt vom negativen Testergebnis geht der Rückkehrer aber einkaufen, trifft Freunde, schickt die Kinder in die Schule und geht wieder zur Arbeit.
Die Zusammenhänge sind komplex, und auch Politiker müssen sich da erstmal einarbeiten. Sie wollen natürlich Handlungsfähigkeit demonstrieren, und das ist ja nicht verkehrt, aber bitte auf einem hohen professionellen Niveau. Wir Labormediziner stehen für wissenschaftliche Expertise immer zur Verfügung, aber ich habe den Eindruck, dass die Politik da manchmal eigene Wege geht.
Nun ist eine Fünf-Tage-Regel im Gespräch. Wer aus einem Risikogebiet einreist, soll sich in Quarantäne begeben, die er nur vorzeitig verlassen kann, wenn er einen negativen Test aufweist. Der darf aber frühestens nach fünf Tagen gemacht werden. Wäre das sinnvoll?
Der Vorteil wäre, dass das Virus nach fünf Tagen sicherer nachgewiesen werden kann als sofort nach der Rückkehr. Die Regel ergäbe aber nur Sinn, wenn die Quarantäne tatsächlich eingehalten wird. Die gesellschaftliche Akzeptanz dafür wird leider immer geringer.
Genetisches Material baut sich mit der Zeit ab. Das ist kritisch, wenn ich in der Probe sowieso schon keine große Viruslast habe. Wenn ich höre, dass Proben am Freitag genommen, aber erst am Montag darauf analysiert werden, erfüllt mich das mit großer Sorge. Das ist Realität in einigen Laboren, da wird am Sonntag gar nicht getestet und am Samstag vielleicht. Wir müssen auch viel genauer hinschauen, welche Testverfahren zum Einsatz kommen. Wir hatten kürzlich im Vogelsbergkreis die Situation, dass mehrere Patienten positiv getestet wurden. Im Nachhinein mussten wir feststellen, dass das Labor einen Test eingesetzt hatte, der auch andere Coronaviren erkannte.
Geben die Labore über die Testverfahren denn keine Auskunft?
Die meisten ja, aber nicht alle. Das wäre mein Appell als Vertreter der Labormedizin, dass das mit auf den Befund gehört. Ich wünsche mir von der Bundesregierung oder dem Robert-Koch-Institut eine Positivliste von Testverfahren, die für die Routineanwendung tatsächlich geeignet sind, bei der PCR-Testung wie beim Antigen- und Antikörpernachweis, bei denen wir es mit noch mehr Wildwuchs zu tun haben. Dort werden inzwischen mehr als hundert verschiedene Verfahren eingesetzt, und jedes misst etwas leicht anderes. Das führt auch bei den Ärzten zu großer Verwirrung bei der Interpretation der Ergebnisse. Ein weiteres großes Problemfeld betrifft die Abstriche.
Also die Entnahme der Probe. Was kann da schief gehen?
Wenn die Probe nicht richtig genommen wird, haben wir noch mehr falsch negative Ergebnisse. Das Virus sitzt hinten oben, da muss ich hinkommen mit meinem Tupfer, um ein verlässliches Ergebnis zu erhalten. Das geht nur mit einem Nasen-Rachen-Abstrich. Das kann man kombinieren mit einem Abstrich im Mund, was die Trefferquote noch einmal ein bisschen erhöht. Aber ein Abstrich allein durch den Mund reicht nicht aus. Das Personal, das die Abstriche durchführt, muss flächendeckend besser geschult werden.
Tut ein Nasen-Rachen-Abstrich weh?
Das kann richtig wehtun. Viele Menschen haben eine gekrümmte Nasenscheidewand, und wenn man da mit dem Stäbchen durchfährt bis zum Rachenraum, dann kann das auch mal zum Nasenbluten führen.
Gibt es keine Alternativen zu dieser manchmal schmerzvollen Prozedur?
Leider noch keine zuverlässigen. Es wird an Alternativen gearbeitet wie einem Gurgelwasser oder Speichelproben. Aber all diese Verfahren müssen erst einmal unter Beweis stellen, dass sie genauso gut sind wie ein Nasen-Rachen-Abstrich, der als Goldstandard gilt.
Ist das eine Frage von Wochen oder Monaten?
Ich glaube, das wird länger dauern, als man es sich bislang vorstellt. Es ist aufwendig, diese Methoden zuverlässig zu validieren. Man braucht viele Probanden aus verschiedenen Phasen der Erkrankung und mit verschiedenem Schweregrad. Wenn ich einen Menschen habe mit einer hohen Viruslast, mag auch eines der Alternativverfahren anschlagen. Bei geringer Viruslast ist das Risiko, dass es ein falsch negatives Ergebnis gibt, aber sehr hoch. Die für eine Überprüfung erforderlichen Datensätze stehen der Fachwelt noch nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung.
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Stürmisches Wetter mit Wind im Überfluss – und trotzdem stehen Windkraftanlagen still. Nein, nicht trotzdem, sondern weil. Es gibt mehrere Gründe für deren Abschaltung.
„Ab einer bestimmten Windstärke werden Windenergieanlagen bei Sturm abgeschaltet, um Schäden zu vermeiden, etwa durch allzu starke Schwingungen“, erklärt Windradexperte Michael Dahm vom TÜV Nord. „Wenn die Belastung zu groß wird, kann die Stabilität der Anlage gefährdet werden. Eine weitere Gefahr ist, dass die elastischen Rotorblätter an den Turm stoßen können.“ Deswegen messen Sensoren ständig die genauen Windgeschwindigkeiten. Ab einer Windstärke von etwa 90 Stundenkilometern drehen sich die Rotorblätter automatisch aus dem Wind, um wenig Angriffsfläche zu bieten. Sie werden nicht fixiert, drehen sich aber nicht mehr. Die Steuerungssoftware schaltet die Anlage ab. In diesen Fällen ist der Grenzwert zum Abschalten vom Windrad-Hersteller festgelegt. […]
Heute füge ich einen bemerkenswerten Artikel der Schweizer Weltwoche(35/2020) bei. Es geht um Corona in der Schweiz. Alle Rechte liegen selbstverständlich bei der Weltwoche, deren Abonnement ich wärmstens empfehle.
… wie sich die Corona-Pandemie entwickeln wird. Der AfD-Politiker Björn Höcke kennt die Antwort: «Corona ist vorbei und wird auch nicht wiederkommen», sagte er in einem Fernsehinterview mit dem Mitteldeutschen Rundfunk. Höcke lieferte damit unfreiwillig ein perfektes Beispiel für die Definition von Populismus: Einfache Antworten auf komplexe Fragen geben und sich dabei für jemanden halten, der die Wahrheit verkündet und im Sinne der Mehrheit spricht. …
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Einschub MEDIAGNOSE
Die sogenannte Pandemie ist in Deutschland vorbei. Weniger als 20.000 positiv getestete, also oft noch nicht mal kranke Menschen (Statistisch aktive Fälle), Sterberaten unter 10 Personen pro Tag – von 2.600 gesamt pro Tag -, um die 240 Menschen in Intensivbehandlung wegen Corona, 240 von über 21.000 belegten Intensivbetten, bei gesamt 83.000.000 Einwohner in Deutschland.
Ich weiß nicht wie die NZZ zu diesem Aufmacher kommt. Grün-kursives Zitat & kompletten Artikel lesen: Hier klicken
… Höcke war am Dienstag zu Gast beim «Sommerinterview» mit dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR). In diesem Format lädt der öffentlichrechtliche Sender die wichtigsten Politiker im ostdeutschen Bundesland Thüringen zu ausführlichen Gesprächen ein. Höcke führt dort die AfD, die bei der Wahl im vergangenen Herbst fast ein Viertel der Stimmen erhielt und stärkste Oppositionspartei ist. Der MDR kam daher nicht an Höcke vorbei, weil öffentlichrechtliche Sender parteipolitisch neutral sein sollen und die Vielfalt der Meinungen abbilden müssen. Dennoch sah sich der Sender im Vorfeld mit Kritik konfrontiert, weil Höcke nicht nur Landespolitiker, sondern auch der wichtigste Vertreter des radikalen rechten Lagers in der AfD ist. Ihm dürfe man keine Plattform bieten, hiess es vielfach in den sozialen Netzwerken.
Diese Kritik kam der objektiven Bewertung des Interviews zuvor; tatsächlich führte der Moderator Lars Sänger fair und souverän durch das Gespräch. Obwohl man in Höcke durchaus einen Rechtsradikalen sehen kann, war Sänger kein Belastungseifer anzumerken. Leicht machte er es dem AfD-Mann freilich nicht und unterbrach immer wieder, wenn dieser zu Rechtfertigungsmonologen ansetzte. In diesen stellt sich Höcke als Opfer von «Mainstream-Medien» oder «systematischem Mobbing» dar. Bundeskanzlerin Angela Merkel betrachtet er als eine Art Monarchin, als «Gottkanzlerin». Ihre Regierung müsse vom Verfassungsschutz beobachtet werden, weil Deutschland wegen deren Asyl- und Energiepolitik in Schieflage sei. Vollends «vor die Hunde» gehe die Bundesrepublik nun wegen der Massnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus.
Die Bundesschiedskommission der Partei gab dem Antrag des Parteivorstandes, mich auszuschließen, endgültig statt. Meine Mitgliedschaft währte 47 Jahre. Davon verliefen die ersten 36 Jahre unauffällig. Ich war immer ein einfaches Mitglied ohne Parteifunktionen und parlamentarische Mandate. Meine Berufslaufbahn vollzog sich als Ministerialbeamter, als Geschäftsführer und Vorstand staatlicher Unternehmen, und gegen das Ende hin als Finanzsenator in Berlin und Vorstand bei der Deutschen Bundesbank.
Im September 2009 gab ich einer wenig bekannten Intellektuellen-Zeitschrift „Lettre Internationial“ ein längeres Interview über meine Erfahrungen in Berlin, in dem ich mich u.a. sehr kritisch zum Integrationsverhalten und den Integrationserfolgen bestimmter Gruppen von Einwanderern äußerte. Das führte zum ersten Parteiausschlussverfahren gegen mich, es scheiterte im April 2010.
Im September 2010 erschien mein Buch „Deutschland schafft sich ab“. Die darin enthaltenen kritischen Passagen über Zuwanderung und Integration führten zum zweiten Parteiausschlussverfahren. Es scheiterte im April 2011.
Wie alles anfing
Im September 2018 erschien mein Buch „Feindliche Übernahme“. Es setzt sich kritisch mit der Religion des Islam und ihren kulturellen Wirkungen auseinander. Dies führte zum dritten Ausschlussantrag und vor wenigen Tagen zu dessen Vollzug.
Im Verfahren gelang es nicht, dem Buch nennenswerte Faktenfehler oder unzulässige Schlussfolgerungen nachzuweisen. Auch der Vorwurf, einige Passagen enthielten rassistische Tendenzen, brach im Lauf des Verfahrens vollständig in sich zusammen. Schließlich konnte auch nicht belegt werden, dass das Buch in irgendeiner Weise dem geltenden Pateiprogramm aus dem Jahr 2007 widerspricht.
Am Ende ging es bei meinem Parteiausschluss nicht um Fakten, kausale Zusammenhänge und um Wahrheit, sondern um Gesinnung. Es ging um politischen Moralismus, in den Worten des Philosophen Hermann Lübbe um die „rhetorische Praxis des Umschaltens vom Argument gegen Ansichten und Absichten des Gegners auf das Argument der Bezweiflung seiner moralischen Integrität; statt der Meinung des Gegners zu widersprechen, drückt man Empörung darüber aus, dass er es sich gestattet, eine solche Meinung zu haben und zu äußern“. (1)
Der Kampf geht weiter
Unter SPD-Mitgliedern habe ich seit Jahrzehnten viele Freunde. Diese werde ich auch durch den Parteiausschluss nicht verlieren. Umgekehrt sind mir die gegenwärtigen Funktionsträger herzlich gleichgültig, die opportunistisch und erkenntnisblind für meinen Ausschluss eintraten, obwohl sie in der Sache keine Argumente haben, nur weil ihnen die von mir genannten Tatsachen und Schlussfolgerungen missfallen. Den Umgang mit ihnen werde ich nicht vermissen. Gegen ihre Engstirnigkeit und Realitätsverweigerung werde ich weiter streiten. Das kann ich auch tun, ohne Mitglied der SPD zu sein.
Die Folgen des Parteiausschlusses betreffen mich am allerwenigsten. Sie betreffen die Zukunft der SPD:
– Sie wird künftig als Partei wahrgenommen werden, die über Themen wie Islam, Zuwanderung und Integration nicht wirklich offen diskutieren möchte,
– als eine Partei, die es vorzieht, unliebsame Tatsachen und Entwicklungen lieber zu verdrängen, als sich mit ihnen auseinanderzusetzen,
– und als eine Partei, die den kritischen Blick lähmt und stattdessen Opportunismus und Duckmäusertum fördert.
Das Ganze ist aber keineswegs nur ein Problem zwischen der SPD und einem widerspenstigen Parteimitglied. Es greift weit darüber hinaus. Kann die innerparteiliche Demokratie überhaupt noch wirksam geschützt werden, wenn ein wissenschaftliches Sachbuch, das keine Faktenfehler enthält und niemanden kränkt oder beleidigt, allein deshalb zum Ausschluss führt, weil den herrschenden Funktionären die Fragestellungen und Ergebnisse nicht passen?
Es wird eng für die SPD
Welcher nachdenkliche, neugierige und kritische Zeitgenosse wird einer solchen Partei (oder überhaupt politischen Parteien) noch beitreten wollen? So wird der Weg dazu bereitet, dass in politischen Parteien Opportunisten, Wichtigtuer, Egomanen und Ideologen mehr und mehr die Oberhand gewinnen. Das heute schon niedrige Prestige der politischen Klasse wird dann noch weiter sinken, und die Personalauswahl für politische Ämter wird immer enger werden.
Nach dem deutschen Parteiengesetz muss die innere Verfassung der Parteien demokratischen Maßstäben entsprechen. Dazu gehört es auch, dass die Sanktionsmöglichkeiten gegen Parteimitglieder, die unwillkommene Fragen stellen, unliebsame Fakten benennen und kontroverse Schlussfolgerungen ziehen, sehr beschränkt sind. Die dadurch gesteckten engen Grenzen hat die SPD mit meinem Parteiausschluss eindeutig überschritten.
Die darin zum Ausdruck kommende antiliberale Haltung gehört leider zu den geistigen Traditionen der Partei: Seit 1945 wurden bei der SPD 47, der CDU 4, der FDP ebenfalls 4 und der CSU 3 prominente Parteimitglieder ausgeschlossen. Ideologie, Borniertheit und Intoleranz gehören eben eng zusammen.(2)
(1) Hermann Lübbe: Politischer Moralismus. Der Triumph der Gesinnung über die Urteilskraft, Münster 2019, S.120
Diese Weisheit bewahrheitet sich einmal mehr in einen Interview des Dlf – der das natürlich sicher ganz super findet – mit den Republikaner Bill Kristol.
Die merken gar nicht, dass ein solches Interview dem Ansehen der USA mehr schadet, als Trump es tun könnte. Wenn Staatsbürger im Ausland über den eigenen Präsidenten herziehen, kann es mit dem Staat ja nicht weit her sein, oder? Da sind doch Verräter des eigenen Landes am Werk!
Grün-kursives Zitat & komplettes Interview lesen: Hier klicken
[…] Auf dem Nominierungsparteitag der US-Republikaner für die Präsidentenwahl am 3. November 2020 sind die Hauptredner vor allem Familienmitglieder des erneut nominierten Amtsinhabers Donald Trump; unter anderem seine Tochter Ivanka, die Söhne Donald Trump jr. und Eric sowie Ehefrau Melania. Prominente Republikaner halten sich dagegen auffällig zurück bei der Unterstützung ihres Präsidentschaftskandidaten, einige haben sich sogar offen gegen Trump ausgesprochen, neben Ex-Präsident George W. Bush etwa auch der frühere Außenminister Colin Powell und Senator Mitt Romney.
Melania Trump wirbt beim Parteitag der Republikaner für die Wiederwahl von US-Präsident Donald Trump. Die First Lady brachte einen anderen Tonfall in die Veranstaltung.
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Das komplette Interview des Dlf vom 27.8.200 mit Bill Kristol hören
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Auch Bill Kristol positioniert sich als führendes Mitglied der republikanischen Gruppierung „Defending Democracy Together“ klar gegen Trump. Der ehemalige Stabschef von Vizepräsident Dan Quale wirft dem US-Präsidenten unter anderem vor, Demagogie nutzt, um die Spaltung der Gesellschaft weiter zu vertiefen und Ängste zu schüren. Dies sei einmalige in der amerikanischen Geschichte und schade staatsbürgerlichen Kultur der Vereinigten Staaten, sagte Kristol im Gespräch mit dem Dlf.