WELT: Herr Professor Reitzle, wäre Deutschland ein Konzern, würden Sie sagen, er wird gut gemanagt?
Wolfgang Reitzle: Nicht wirklich, wir sind in Deutschland momentan auf wichtigen Gebieten verkehrt unterwegs. Als Ingenieur bin ich es gewohnt, auf Basis von Fakten sachlich auf die Dinge zu blicken, Alternativen gegeneinander abzuwägen und erst dann zu entscheiden. Mich macht es sprachlos, wenn ich sehe, wie im Unterschied dazu lässig und Fakten ignorierend die Politik in Deutschland bei Themen wie der Energiewende Grundsatzentscheidungen trifft. Die gesamtwirtschaftlichen Folgen werden nicht betrachtet.
… auf dem Bundesparteitag der FDP unter anderem zum Klima-Irrweg. Da sind die Grünen noch nicht in der Regierung.
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Aktuell erscheint ein Artikel von Prof. Reitzle bei WELTonline
In der Ära Merkel gab es keine einzige wichtige Strukturreform. Inzwischen zählt Deutschland nicht mehr zu den 20 wettbewerbsfähigsten Staaten der Welt. Und jetzt schadet uns eine Klimapolitik, die wenig bis nichts für den Klimaschutz bewirkt. Dieser unheilvolle Trend muss gestoppt werden.
Deutschland ist im Niedergang. Nicht erst seit Corona und dem Ukraine-Krieg. Schon lange sind relevante Leistungsindikatoren im Trend negativ.
Produktivitätsverbesserungen waren über lange Zeit Deutschlands Markenzeichen – seit vielen Jahren aber steigen die Lohnstückkosten. Deutschland ist nicht mehr unter den ersten zehn Ländern Europas beim Bruttoinlandsprodukt pro Kopf. Aus der Liste der 20 wettbewerbsfähigsten Länder der Welt sind wir herausgefallen.
*Weil das Thema außerordentlich wichtig für die Fragestellung „Deutschland, Wirtschaft, Regierung u.v.m. “ ist, zitieren wir den Text und einen Teil der Leserkommentare als PDF. Verweise und alle Kommentare der Leserschaft lesen Sie, wenn Sie WELTplus testen/abonnieren. Wir empfehlen WELTplus ausdrücklich: 30 Tage für 1 € testen. Achtung: Die Schnupperangebote können sich ändern!
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Über die fatale Rolle der Medien im Krieg, genauer in den Kriegen, schreibt der deutschstämmige Schweizer Journalist Helmut Scheben bittere Wahrheiten. Wie die Medien in der ganzen westlichen Welt einseitige Kriegspropaganda übernehmen bis hin zu grotesken, angeblichen Gräueltaten, gefertigt in den Werbeagenturen Amerikas: vom Irak über den Kosovo bis hin nach Libyen und zur Ukraine. Ein schockierender Augenöffner.
[…] Die wirklichen Probleme der meisten Menschen, der Krieg in der Ukraine, der eskalierende Konflikt zwischen USA und China, also Vorgänge, die das Leben von Millionen Steuerzahlenden derzeit verändern und künftige Generationen belasten werden (Aufrüstung, Inflation, Energiepolitik, Sanktionspolitik, Asylwesen etc.), werden aber in unseren führenden Medien mit einem derart reduzierten Blickwinkel dargestellt, dass es mich fassungslos macht. Die Realitätsverweigerung erfolgt mit einer an Tollwut grenzenden Selbstverständlichkeit.
VON 100 ARTIKELN GIBT ES KEINE FÜNF AUS DER SICHT DER ANDEREN KRIEGSPARTEI
Ich habe mir die Mühe gemacht, als Beispiel den Zürcher Tagesanzeiger, den ich abonniert habe, auf Einseitigkeit zu prüfen. Vom Angriff Russlands im Februar 2022 bis zum Jahresende 2022 habe ich rund einhundert Artikel angeschaut, die direkt vom Ukraine-Krieg handeln. Beim hundertsten Bericht war ich erschöpft von immer dem Gleichen. Fast alle schildern das Leid und das Heldentum der Westukraine in dem russischen Angriffskrieg und – in schrillen Farben – die Verbrechen Russlands.
Die Wahlabsicht der Deutschen im August 2023, zur Zusammenarbeit mit der AfD und zu den Zustimmungswerten des Kanzlers und der Bundesminister
27 Prozent der wahlberechtigten Bundesbürgerinnen und Bundesbürger geben an, CDU/CSU zu wählen, wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre. Dieser Wert ist im Vergleich zum Vormonat unverändert. Die SPD kommt im August auf 17 Prozent (18 Prozent im Vormonat). Die Grünen landen genauso wie im Juli bei 14 Prozent.
Die Linke bleibt unverändert zum Vormonat bei 6 Prozent, die FDP erreicht 5 Prozent (6 Prozent im Vormonat Juli). Die AfD landet bei 23 Prozent (21 Prozent im Juli).
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Gut zwei von fünf Deutschen würden Regierungsbeteiligung der AfD voll und ganz ablehnen
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Zustimmung für die Zusammenarbeit anderer Parteien mit der AfD in den letzten zwei Wochen gestiegen
Handelt die deutsche Bundesregierung noch nach Recht und Gesetz? Am 4. August spricht Benjamin Gollme darüber mit dem ehemaligen Leiter des Landeskriminalamts Thüringen,Uwe Kranz [Mikro 1]. Kranz hat Strafanzeige gegen führende Politiker der Bundesregierung gestellt. Er vermutet unter anderem Hochverrat und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Mit dem GastronomenChristian Günther [Mikro 2] geht es um sein Kleinschmidt. In dieser Bar in Eberswalde tickten die Uhren ganz anders. Anstatt die Covid-Maßnahmen durchzusetzen, zapfte er Bier für alle Gäste. Impfnachweise oder Tests kontrollierte er nie. Hausverbot gab es hingegen für Politiker. In unserer Reihe „Opposition – wie und wo?“ präsentieren wir die Partei WiR 2020. Der ParteivorsitzendeWolfgang Homberg [Mikro 3] berichtet von Erfolgen, von politischer Arbeit, die Mut macht, aber auch von Rückschlägen und Schwierigkeiten. Kommentar vonCora Stephan [Kommentar]
Angesichts der im internationalen Vergleich hohen Strompreise warnte er vor einer Deindustrialisierung energieintensiver Bereiche. Er gehe davon aus, dass die Energiepreise in Deutschland auf Dauer hoch blieben, sagte Fuest im Deutschlandfunk. Als Grund nannte er die politische Festlegung auf Erneuerbare Energien und teure Speichertechnologien. Fuest betonte, er halte es für falsch, auf Kernenergie zu verzichten. Zugleich äußerte er Bedenken gegen die vom Wirtschaftsministerium geplanten Subventionen für die Industrie, um Strom günstiger erwerben zu können. Das sei kein guter Weg. Solch eine Maßnahme helfe zwar großen Unternehmen, ändere aber nichts an der Knappheit.
In der Bundesregierung gibt es derzeit Uneinigkeit in der Frage, wie energieintensive Unternehmen in Deutschland unterstützt werden sollten.
Die deutsche Konjunktur stagniert, während es anderswo in Europa besser läuft. Ifo-Chef Clemens Fuest sieht Wirtschaft und Politik angesichts steigender Strompreise und Zinsen, Fachkräftemangel und Überalterung vor wachsenden Herausforderungen.
Teure Energie, lähmende Bürokratie, Fachkräftemangel: In vielen deutschen Unternehmen macht sich Untergangsstimmung breit. Wie kommen wir da wieder raus? …
… Drei Nachrichten aus den vergangenen Tagen:
Bei BASF, dem größten Chemiekonzern der Welt, brach der Umsatz um 25 Prozent ein, der Gewinn um 76 Prozent. Konzernchef Martin Brudermüller sagt: „Ich mache mir wirklich Sorgen um die chemische Industrie in Europa.“
Die Firma Meyer Burger, der einzige verbliebene Solarzellenhersteller Europas, teilt mit, man habe die geplante Erweiterung des Werks in Bitterfeld-Wolfen gestoppt: Maschinen, die eigentlich für Deutschland bestimmt waren, werden nun in die USA verschifft.
Volkswagen hat in China derart den Anschluss verloren, dass sich der einst so unschlagbare Konzern nun vor Ort Hilfe holen muss fürs Autobauen: Bei der Konstruktion von Elektro-VWs in China hilft künftig ein Start-up namens XPeng mit. Eine unbekannte Firma, und doch beteuert VW, sie sei ein „starker Partner“.
Kann das alles wahr sein?
Die drei Meldungen stehen nicht für sich allein, sie sind vielmehr Ausdruck eines größeren Trends. Die Unternehmen im Land schätzen ihre aktuelle Lage so miserabel ein wie zuletzt im Februar des Jahres 2021, das hat das Ifo-Institut festgestellt. Doch damals hatte ein monatelanger Lockdown weite Teile der Wirtschaft stillgelegt. Der Handel war erstarrt, Fabriken hatten ihre Produktion gedrosselt.
Auf der ganzen Welt lässt die Wirtschaft nun die jüngsten Krisen hinter sich – bloß nicht in Deutschland. Das zeigt auch die neue Wachstumsprognose des Internationalen Währungsfonds für das laufende Jahr: Die Wirtschaftsleistung in allen großen Ländern wird zulegen – in China um 5,2 Prozent, in den USA um 1,8, ja selbst im durch Sanktionen geknebelten Russland um 1,5 Prozent. Und bei uns? Minus 0,3 Prozent. Letzter Platz.
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Alexander Rahr meint zu Beginn des Kontrafunk-Interviews vom 3.8.2023, Russland ´könne` nicht. Das wage ich zu bezweifeln. Russland, Putin ´will` nicht.
Was soll Putin mit dem Westen der Ukraine? Warum soll er mehr Menschen töten lassen, als zur Verteidigung der Ostukraine notwendig ist. Ja, Russland verteidigt den Osten, der seit jeher russisch bevölkert ist. Das Argument, Putin hätte Großraumträume ist lächerlich. Russland ist groß genug. Da braucht es weder die Ukraine noch Polen, das Baltikum oder sonst ein Land zusätzlich. Länder, die ohnehin kein Zugewinn wären, sondern nur Ärger machen würden.
Am Ende wird es auf die Teilung der Ukraine hinauslaufen.
Dass Putin sogar Truppen einzelner westeuropäischer NATO-Länder – ohne Atomwaffennstat ionierung und ohne NATO-Status der Ukraine – in der Restukraiene, in der Westukraine akzeptieren würde, ist ein klarer Beleg für:
1. Putin will den Osten mit den faktisch russischen Bürgern schützen
2. Putin will keine Kernwaffen und keine USA in der Ukraine
Das ist verständlich, das sollte der Westen nun endlich mal akzeptieren, damit das Sterben aufhört. Das Hauptziel der USA, die Abkopplung Westeuropas, insbesondere Deutschlands von Moskau ist schon lange erreicht. Diplomatische Dummbatzen, allen voran Frau Baerbock, aber auch Scholz, der praktisch nichts – außer vor den USA gekuscht – gemacht hat, haben das Tischtuch schon lange zerschnitten. Dummbatzen deshalb, weil sie gar nicht merken, wie sehr die Trennung Westeuropa, insbesondere Deutschland schadet.
In der Ausgabe vom 3. August 2023 spricht Benjamin Gollme mit dem Historiker und PolitologenAlexander Rahr [ab Min. 4:32] über die Ukraine. Russlands Präsident Putin hatte in den Raum gestellt, ein polnisch-litauisches Protektorat zu akzeptieren. Was ist davon zu halten? Mit dem Juristen Prof. Karl Eckstein[ab Min. 19:14] geht es um Usbekistan. Die Löhne sind niedrig, die Gaspreise sind verschwindend gering, und Eckstein versucht, europäische Unternehmen nach Usbekistan zu bringen. Und wir begrüßen unseren Südamerika-Korrespondenten Alex Baur [ab Min. 40:30] in Peru. Er war kürzlich in der Auswanderergemeinschaft El Paraiso Verde in Paraguay zu Besuch. Das Projekt war für einige Auswanderer eine Hoffnung, nun scheint Ernüchterung eingekehrt zu sein.
DerKommentar zu Zensurbestrebungen im Internetab Min. 32:28