… der kürzlich von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das Bundesverdienstkreuz erhalten hat, sagte auf twitter sinngemäß, AfD-Mitglieder hätten ihr Menschsein verwirkt. Die in Russland geborene Hamburger AfD-Abgeordnete Olga Petersen hat so eine Einstellung am eigenen Leib erlebt – und auch ihre Kinder, wie sie im aktuellen Interview mit mir auf Youtube schildert (siehe hier): „Meine kleine Tochter kam eines Tages aus der Schule nach Hause und sagte, der und der möchten nicht mehr mit mir spielen. Wegen dir. Der hat gesagt, du bist in einer Partei, die gegen Menschen hetzt, und dass du Juden tötest.“ Daraufhin habe sie ihrer Tochter erst einmal viel erklären müssen, was damit gemeint war, so Petersen – die Fördermitglied in der Vereinigung „Juden in der AfD“ ist: „Ich habe versucht, Gespräche mit den Eltern zu suchen, habe ihnen gesagt: Das Kind hat sich drei Jahre wohlgefühlt, warum plötzlich dieser Umschwung, sie fühlte sich nicht mehr wohl. Als Antwort kam: ‘Sie sind eine Hetzpartei‘. Ich sagte: ‘Eigentlich machen Sie aber doch nichts anderes, Sie hetzen Ihr Kind auf mein Kind!‘“
Die Reaktion habe sie an ihre Kindheit in der Sowjetunion erinnert, an Situationen, wo Gesprächspartner nicht mehr mit Argumenten weiterkamen, sagt Petersen: „Die sagten, ihr Nazis, ihr seht das eh alles anders, oder du bist Faschistin, in Russland bin ich genau damit groß geworden. Wer nicht auf Linie ist, der hat sein Menschsein verwirkt!“ In der Schule habe sich die Situation entspannt, weil einige Eltern sich dafür stark gemacht hätten, die Kinder aus den politischen Meinungsverschiedenheiten rauszulassen: „Das waren aber Eltern, mit denen ich vorher sehr gut befreundet war, und die ebenso Russlandddeutsche sind“. Der Riss wegen ihrer politischen Tätigkeit ginge auch durch die eigene Familie, so Petersen.
„Menschen, die nicht wie ich die Sowjetunion oder die DDR erlebt haben, bei denen gehen nicht so schnell die Alarmglocken an bei einem sozialistischen Alltag“, so Peterson: „Ich weiß noch, wie sich das anfühlt, wenn man bestimmte Dinge nicht sagen darf. Und so traurig das ist: Inzwischen ist es in Deutschland nicht anders. Ich muss bei meinen Kindern extrem aufpassen, bzw. sie immer wieder darum bitten, nicht darüber zu sprechen, wo ihre Mutter arbeitet.“
„Die meisten Deutschen, die mir begegnet sind, die ausländerfeindlich sind, und auch keinen Hehl daraus machen, etwa indem sie vor laufender Kamera meine mangelnden Deutsch-Kenntnisse kritisieren, das sind Abgeordnete der Grünen-Fraktion in Hamburg“, so Petersen: „Einer hat öffentlich meine Aussprache kritisiert, meinte, ich solle erst mal richtig Deutsch lernen. Ich habe häufig Schwierigkeiten bei Vokabeln, die aus dem Englischen übernommen wurden. Die meisten rassistischen Äußerungen, die mir aus den Reihen der Politik entgegengekommen sind, waren nicht aus der AfD.“
‘Deutschland hat sich massiv verändert‘
Die Mutter von vier Kindern klagt: „Ich bin mit 16 Jahren nach Deutschland gekommen und habe dann erlebt, wie dieses Land sich verändert, und zwar nicht zum Besseren.“ Als Beispiel nennt Petersen einen Besuch in einem Spielzeugladen: „Meine kleine Tochter nahm ein Spielzeug aus dem Regal, worauf sofort eine Verkäuferin angerannt kam und ihr sagte, sie dürfe nicht mit dem Spielzeug spielen.“ Daneben hätten aber die Kinder einer Mutter mit Kopftuch schon eine ganze Weile genau das gleiche getan. Petersen fragte die Verkäuferin, warum ihre Tochter nicht spielen dürfe, die anderen Kinder es aber dürften: „Die Verkäuferin nahm mich zur Seite und flüsterte: Verstehen Sie mich, ich bin ja gedanklich bei Ihnen, aber wenn ich denen etwas sage, bin ich sofort Nazi und Faschist.“
Ich antwortete der Frau: „Okay, aber was haben wir dadurch erreicht? Wir haben diesen Kindern, die nicht einmal eine Schuld trifft, klargemacht, dass ihnen mehr erlaubt ist als anderen Kindern.“ Die Mutter hätte ja vielleicht sogar eingegriffen, wenn man ihr gesagt hätte, dass es nicht erlaubt sei, mit den Waren zu spielen, so Petersen: „Aber keiner sagte es ihr. Das ist das Problem. Man kann auch den Kindern keine Schuld geben, wir erklären ihnen ja gar nicht, was falsch ist. Wir haben der Mutter und dem Kind gezeigt: Es gelten für sie keine Regeln. Und wir haben meinem Kind gezeigt, dass es im eigenen Land Mensch zweiter Klasse ist. Das ist etwas, womit ich groß geworden bin in der Sowjetunion, und deshalb vielleicht etwas sensibler reagiere als Menschen, die im wohlgehüteten Westen aufgewachsen sind und die Behandlung als Mensch zweiter Klasse nicht kennen. Aber genau so habe ich mich in der Sowjetunion gefühlt.“ Ihre Tochter habe sich in der Situation auch noch schuldig gefühlt, beklagt Petersen.
[…] Die Hitzewelle in Südeuropa, Temperaturen dort von weit über 40, fast 50 Grad, große Waldbrände in Griechenland, Russland und in der Türkei. Und vor kurzem erst: Die starken Überflutungen in einigen Gebieten im Rheinland – ohne Frage, die Wetterextreme nehmen zu, auch hier bei uns direkt vor der eigenen Haustür. Es wird immer offensichtlicher: der Klimawandel schreitet voran, schneller als gedacht. …
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Der Kommentar des Dlf vom 14.8.2021 ist doch recht dünn:
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… Zugegeben – so ganz unschuldig sind wir nicht an diesen Entwicklungen. Viele Fabriken haben lange Zeit CO2 in die Luft geschleudert ohne Rücksicht auf Verluste. Und sind wir mal ehrlich – kaum einer hat sich Gedanken darübergemacht, wie der Strom produziert worden ist, Hauptsache, der Strom kam aus der Steckdose.
RWE setzt auf sauberen Strom
Große Stromkonzerne wie EON und RWE haben mit dieser Art der Energieerzeugung auch richtig gut Kohle gemacht. Zum Glück ist die Energiewende beschlossene Sache. RWE – ein Konzern, der früher auf Atomstrom und auf die Energiegewinnung durch Kohle gesetzt hat, hat sich mittlerweile zum größten Ökostromproduzenten in Europa gewandelt, will das Geschäft auch weiter ausbauen, mit Milliardeninvestitionen. Und das ist auch gut so.
… Deutschlands bewegt sich das Land wieder mit ungeheurer Dynamik in einen autoritären Staat, der z. B. ungeimpft gesunde Menschen diskriminiert.
Wenn nicht umgehend derStatus quo ante Corona = Menschen ohne respiratorische Symptome sind respiratorisch gesunde Menschenwiederhergestellt wird, wird die Gesellschaft zerbrechen!
… immer wieder aufeinander gereiht worden sind“, sagte Annalena Baerbock, Kanzlerkandidatin der Grünen, im Deutschlandfunk-Interview der Woche. Diese Kette von Fehlern habe jetzt zu einer wirklich katastrophalen Situation für die Menschen im Land geführt.
Die USA und ihre Verbündeten ziehen sich aus Afghanistan zurück, die Taliban sind auf dem Vormarsch.. Was also ist für Afghaninnen und Afghanen das Ergebnis von 20 Jahren „Krieg gegen den Terror“?
Baerbock: Fehler in Syrien dürfen nicht wiederholt werden
Angesichts der massiv gestiegenen Zahl von Binnenflüchtlingen in Afghanistan, warnt Baerbock davor, Fehler während des Syrien-Kriegs zu wiederholen. Fatalerweise waren die Europäer damals nicht auf die Flüchtlinge vorbereitet, so Baerbock.
Man dürfe nicht den „katastrophalen Fehler“ wiederholen, zu warten, bis alle 27 EU-Länder bereit sind. Man müsse sich „mit den europäischen Ländern, die wollen, und vor allem den Amerikanern und den Kanadiern zusammenschließen, damit wir klare Kontingentregeln gemeinsam vereinbaren“, so die Co-Vorsitzende der Grünen.
Team Baerbock/Habeck
Baerbock äußerte sich auch zum Grünen-Co-Vorsitzenden Robert Habeck und unterstrich die Teamarbeit. Auf die Frage, ob offene Kritik Habecks an Fehlern Baerbocks abgesprochen war, sagte die Kanzlerkandidatin: Ja. „Wir reden über sehr viele Dinge, weil man nur im Team funktionieren kann, wenn man ehrlich miteinander umgeht und gemeinsam Dinge reflektiert.“
Ihr Anspruch sei eine andere Art von Führung, so Baerbock, und weiter: „Richtlinienkompetenz aus dem Kanzlerinnenamt bedeutet für mich, wirklich Ministerien zusammenzubringen und die großen Zukunftsaufgaben gemeinsam zu meistern. Das tun Robert und ich als Parteivorsitzende, als Spitzenkandidaten und so wollen wir auch die nächste Bundesregierung anführen.“
[…]
Sie kann es nicht, sie wird es nicht: Hoffentlich!
Der frühere deutsche NATO-General Egon Ramms macht die afghanischen Soldaten für die raschen Geländegewinne der Taliban verantwortlich.
Offenkundig mangele es der Armee des Landes an Durchhaltevermögen und Einsatzwillen, sagte Ramms im Deutschlandfunk. Sie nehme den Kampf gegen die islamistischen Rebellen nicht so auf, wie man es erwartet habe. An sich seien die Soldaten durch die Amerikaner gut ausgerüstet und auch durch die Bundeswehr gut ausgebildet worden, führte Ramms aus. Die von ihm konstatierte mangelnde Kampfbereitschaft erklärte er neben der Angst vor den Taliban auch mit der schlechten Bezahlung der Soldaten. Zudem konnten viele von ihnen durch den derzeitigen übereilten Abzug der NATO nicht bis zum Ende ausgebildet werden.
Dass die Taliban nach dem Abzug der westlichen Truppen Landesteile zurückerobern würden, war nach Ansicht des Generals a. D. zu erwarten gewesen. Dass es nun aber so schnell gehe, erstaune ihn doch sehr, betonte Ramms. Dennoch sei er überzeugt davon, dass die gefallenen NATO-Soldaten nicht umsonst gestorben seien. Afghanistan habe in den letzten 20 Jahren eine gewaltige Entwicklung erlebt hinsichtlich Ausbildung, Kindersterblichkeit oder Verhalten gegenüber Frauen. Bedauerlich wäre es natürlich schon, fügte der ehemalige NATO-General hinzu, wenn das alles wieder verloren gehe, weil die Taliban mit ihren „Steinzeit-Auffassungen“ wieder an die Macht kämen.
Die islamistischen Rebellen hatten gestern eine weitere Stadt in der Provinz Baghlan im Norden des Landes eingenommen. Damit ist der Landweg zwischen der Hauptstadt Kabul in die nördliche Stadt Masar-i-Scharif abgeschnitten. Nach Angaben der EU kontrollieren die Extremisten bereits 65 Prozent der Landesfläche.
Diese Nachricht wurde am 11.08.2021 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
… Deutschlands bewegt sich das Land wieder mit ungeheurer Dynamik in einen autoritären Staat, der z. B. ungeimpft gesunde Menschen diskriminiert.
Wenn nicht umgehend derStatus quo ante Corona = Menschen ohne respiratorische Symptome sind respiratorisch gesunde Menschenwiederhergestellt wird, wird die Gesellschaft zerbrechen!