… („Wie produziere ich einen politischen Blog?“) wird achgut.com am heutigen Sonntag, den 10.03.2019, von jungen Talenten produziert. Das gilt auch für die Kolumnen. Der Sonntagsfahrer stammt heute von Air Tuerkis (16), Schüler in Berlin.
Grün-kursive Zitate & Sonntagsfahrer lesen: Hier klicken
Jedes Jahr im Sommer bin ich auf Mallorca. Das mag Proll sein. Will ich auch nicht leugnen. Nun ich weiß, das ist gar nicht hipp. Meine Lieblingsfilme sind auch immer noch Star-Wars, alles mit Arnold Schwarzenegger und James Bond. Mein Schnitzel esse ich mit Pommes und den Salat bestelle ich meist ab – gegen die großmütterlichen Gefühle der Bedienung. Ich bin durch so etwas schon unangenehm aufgefallen, besonders in meiner Berliner Öko-Umgebung.
Aber manchmal hat es mir auch gefallen. Als ich mit der Familie meiner Freunde essen war, hätte der Vater seinem Sohn gerne eine Coca-Cola-Light koffeinfrei spendiert, die es leider nicht gab. Stattdessen musste er in einen Apfelsaft starren, während ich getrost mit Verweis auf meine Eltern eine richtige Cola bestellen konnte. Dann war es richtig schön Proll zu sein.
Einmal war ich mit einem solchen Freund, dessen Eltern beide Vegetarier sind, beim Imbiss meines Vertrauens und der Wahnsinnskerl bestellte sich tatsächlich einen Döner nur mit Fleisch – das war dann selbst mir schon fast zu hart.
Das deutsche Rentensystem will möglichst gerecht sein: Wer viel einzahlt, soll später auch viel herausbekommen. Doch hinter diesem Prinzip verbirgt sich eine tiefere Ungerechtigkeit.
[…]
Tatsächlich bekommt jemand, der heute den Mindestlohn verdient, selbst nach einem kompletten Arbeitsleben keine Rente, die über der Grundsicherung liegt. Von einem finanziellen Standpunkt aus bringt es ihm im Alter also nichts, dass er sein Leben lang gearbeitet hat. Doch das ist nur ein Aspekt des Problems. Ein anderer Aspekt wird in der Debatte kaum erwähnt, obwohl er die Gerechtigkeitsfrage mindestens ebenso tangiert: die Lebenserwartung.
Oder, in den Worten von Marcel Fratzscher, dem Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin: „Die gesetzliche Rentenversicherung ist heute eine Umverteilung von arm zu reich, da ärmere Menschen eine deutlich geringere Lebenserwartung haben und daher auch weniger Rentenzahlungen erhalten.“
Hat Lebenserwartung etwas mit Gerechtigkeit zu tun?
Was hat außer Armut noch Einfluss auf die Lebenserwartung eines Menschen?
Lebenserwartungsrechner:Hier klicken – Wählen Sie zuerst Ihr Geschlecht! Sonst muckt der Rechner.
Zunächst ein Wort zur gesetzlichen Rente:
Jeder Mensch, der eine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung erhält, bekommt diese, solange er lebt. Damit wird sichergestellt, dass der Rentner bis an sein Lebensende Einkommen hat. Egal, ob er vor Erreichen der Durchschnittslebenserwartung stirbt, oder später.
Auch arme Menschen können steinalt werden. Vor allem arme Frauen. Denn Frauen werden schon mal allein aufgrund ihres Geschlechtes 5 Jahre älter, als Männer. Ist es da gerecht, dass Frauen bei gleichen Voraussetzungen die gleiche Rente bekommen, wie Männer? 5 Jahre länger, nur weil sie Frauen sind? Und:
Dass verheiratete Frauen, auch wenn sie nie etwas in die gesetzliche Rente eingezahlt haben, dann, wenn ihr Mann – der Normalfall – früher stirbt als sie, auch noch eine Witwenrente bekommen?
Ist das gerecht? Nein, ganz sicher nicht.
Aber es ist gut so. Denn nur so ist das Einkommen für jeden Rentner und seine Angehörigen bis zum Lebensende gesichert. Das ist das Prinzip der lebenslangen gesetzlichen Rente.
Die Höhe der Rente hängt von den eingezahlten Beiträgen und der Beitragszahldauer ab. Nun haben arme Rentner = Rentner ohne sonstige Einkünfte außer der Rente, naturgemäß in ihrem Erwerbsleben weniger eingezahlt, als besser gestellte Rentenbezieher. Und weil sie arm sind, kommen sie – so die These – auch nur kürzer in den Genuss des Rentenbezugs?
Eine Antwort ist ganz eindeutig erhöhter Tabakkonsum. Es zeigt sich, dass Menschen mit schlechteren Bildungsabschlüssen und wenig Einkommen verstärkt vom Wenigen, was sie haben, viel in Rauch aufgehen lassen.
Dass Rauchen nicht zur Gesundheit beiträgt ist klar. Eher das Gegenteil ist der Fall. Wenn jemand 40 Jahre raucht, dann stirbt er wahrscheinlich früher, als der Durchschnitt.
Wenn jemand jeden Tag 3 € für Tabak ausgibt, sind das 90 € im Monat. Diese 90 €, statt verraucht auf ein Sparkonto gelegt, bringen ohne Zinsen nach 40 Jahren 43.200 €. Plus einem Mehr an Gesundheit.
Das Gleiche noch mal in Bezug auf Alkohol, denn unsere Raucher sind keineswegs alles Abstinenzler, dann kommt man nach 40 Jahren locker auf knappe 100.000 € mindestens. Die zusätzlich bessere Gesundheit lässt – man glaubt es kaum – die Lebenserwartung steigen*. Der Rentenbezieher erhält viel länger seine Rente. Die vermeintliche in der WiWo beklagte Ungerechtigkeit ist auf einmal wie weggeblasen.
Nun sagen viele Menschen, dass das Rauchen von ein paar Zigaretten und ein, zwei Fläschchen Bier am Tag die einzigen Freuden seien, die sie in ihrem kargen Leben haben. Das solle man ihnen doch nicht nehmen.
Ok, kann ich verstehen. Dann dürfen Sie aber bitte nicht über wenig Geld und verkürzte Lebenserwartung klagen.
Oder soll jemand Anderes den ungesunden Lebensstil dieser Leute bezahlen?
Das wäre wirklich ungerecht!
________________________
*Und, man glaubt es nicht, indirekt die Höhe der Rente. Denn von dieser müssen ja nun keine Ausgaben mehr als Rücklage getätigt werden. Sie wissen noch: Das Geld, das nicht verraucht und vertrunken wird. Das Geld, das in 40 jahren knapp 100.000 € gebracht hat. Diese 180 bis 200 € pro Monat hat man nun zur freien Verfügung. Übrigens pro Person, die nicht raucht und nicht trinkt!
Sogar beim Homeoffice werden Frauen benachteiligt.
Das ist das Ergebnis eine Studie von Dr. Yvonne Lott, Hans-Böckler-Stiftung.
Weshalb betone ich die Verfasserin der Studie?
Weil die sogenannte Studie vor allem aus Schätzungen besteht. Schätzungen eben von Frau Dr. Yvonne Lott. Da wäre der Name Programm, wenn an dem Lott noch ein o hängen würde.
Für unsere Medien ist die Studie gleichwohl bare Münze. Denn die Schätzungen passen in das eigene Weltbild. Wer sonst als der Mann könnte vom Homeoffice profitieren? Wer sonst als die Frau kümmert sich um die Kinder?
Der Deutschlandfunk berichtet:
Es dauert heute wieder länger
Flexible Arbeitszeiten sollen Eltern dabei helfen, Familie und Beruf besser unter
einen Hut zu bekommen. Was bei Müttern gelingt, wirkt bei Vätern anscheinend gar nicht. Das zeigt eine Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Homeoffice kann tradierte Rollenbilder verfestigen.
Im Homeoffice arbeiten, um Familie und Beruf besser unter einen Hut zu bekommen: Das gilt als ein Rezpet, um Eltern den Alltag zu erleichtern. Doch eine Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung zeigt: Das funktioniert nur bei Müttern, bei Vätern aber nicht. Sie nimmt sich mehr Zeit für Kinder, er schraubt hingegen an seiner Karriere und macht Überstunden. Der Nachwuchs hat nichts davon.
Hören Sie das Interview mit der Autorin des Artikels, Sina Fröhndrich, welches der Dlf am 5.3.2019 führte:
Handwerklich seriös arbeitet der Spiegel. Da wissen die Macher genau, dass Schätzungen von den Lesern goutiert werden. Es geht ja um das Gute. Da reichen Schätzungen immer. Solange sie in die richtige Richtung gehen.
Besonders unseriös ist hingegen die Verfahrensweise der Tagesschau. Da vermischen die Macher einfach 2 verschiedene Studien. Die Ergebnissse von Frau Lott, eine Grafik vom DIW, die mit der Studie Lott überhaupt nichts zu tun hat. Die Grafik aber belegt, dass Frauen benachteiligt sind. Man macht sich halt die Welt, wie sie gut gefällt.
Es gibt tatsächlich eine aktuelle Studie des DIW zur Frage Home-Office. Dort wird nicht geschätzt. Dort wird auch nicht von Frauen und Männern gesprochen, sondern von Arbeitnehmern. Deshalb ist die Studie auch kaum einen Bericht wert.
Zur Zusammenfassung der DIW – Studie mit der Möglichkeit des Downloads der Originalstudie: Hier klicken
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Schülerproteste für mehr Klimaschutz ausdrücklich begrüßt. Viele der Erwachsenen hätten noch nicht gemerkt, „dass es fünf vor zwölf ist“, sagte Steinmeier am Freitag in Neumünster zu Schülern einer „Fridays For Future“-Mahnwache vor dem Rathaus. Es war das erste Mal, dass sich der Bundespräsident zu den Freitagsdemos äußerte.
Es gehe nicht nur um Schutz des Klimas, sondern auch um den Schutz der Weltmeere, sagte Steinmeier. Er verwies auf seine Eindrücke vor zwei Wochen bei seinem Besuch der Galapagosinseln.
Lesen Sie vor allem auch die Leserkommentare: Hier klicken
Von mir erwartet die Journalistin allerdings nicht viel:
Grün-kursive Zitate & Kommentar lesen: Hier klicken /// Quelle Bild: Aachener Nachrichten
Doch vom viel gescholtenen alten weißen Mann ist vermutlich nicht viel Hilfe beim Kampf für Gleichberechtigung zu erwarten.
Stimmt! Ich bin 65 und weiß.
Ich bin der Meinung, jeder Mann und jede Frau können hier in Deutschland erreichen, was sie möchten. Betonung auf WAS SIE MÖCHTEN! Doch genau das darf Frau z. B. nicht. Wenn sie in der Urzelle der bürgerlichen Gesellschaft, der Familie, für Ihre Kinder, für Ihren Mann da sein möchte, dann wird das von den fortschrittlichen Damen nicht goutiert.
Ich bin übrigens der Ansicht, dass es sehr wohl massive Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt. Die Genderidee, Männer und Frauen seien gleich, so richtig gleich, die Differenzierung finde von Geburt an mittels der gesellschaftlichen Verhältnisse statt, ist grober Unfug!
Die Gefahr ist groß, dass jede Frau einzeln für sich kämpft. Es gibt das berühmte „Queen Bee“-Phänomen, also die Bienenkönigin, die niemanden neben sich akzeptiert. Tendenziell unterstützen sich Frauen zu wenig gegenseitig. Das sollten sie aber dringend. Denn ein Mann befördert nach wie vor lieber einen Mann in eine höhere Position als eine Frau. Und Frauen trauen sich tendenziell weniger zu als Männer.
Stimmt auch. Und wenn es gegen eine andere Frau geht, ist frau meist gerne dabei. Von Unterstützung einer anderen Frau zu Ungunsten eigener Vorteile kann allermeistens ohnehin keine Rede sein. Klar, ist ein Klischee. Aber meine Erfahrung.
Wie gesagt. Meine Meinung gilt nicht. Ich bin ein alter weißer Mann. Bin ich aber lieber, als eine alte vertrocknete Frau. Oh, sorry, das ist jetzt frauenfeindlich gewesen. Und rassistisch. Und sexistisch. Das geht ja gar nicht. Und schon gar nicht am
Deshalb widme ich meine Artikel heute den Frauen. Grundlage werden Artikel aus der aktuellen Ausgabe der Aachener Nachrichten sein. Denn die Aachener Nachrichten sind ein fortschrittliches Blatt.
Ein Schmankerl vorab:
Rainer Priggen, der ehemalige Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag NRW ist heute Vorsitzender des Landesverbandes Erneuerbare Energien NRW. Der Vorstand besteht insgesamt aus 24 Mitgliedern. Dazu gehört auch eine Frau. Das nenne ich mal Geschlechtergerechtigkeit: Hier klicken. Wenn Sie das Bild des Vorstands sehen: Die Dame rechts gehört nicht dazu. Die macht wahrscheinlich den ganzen Schriftkram für die Herren.
… den Ausstieg aus der Kernenergie bis Ende 2022 in Frage.
Meine Argumentation beruht auf der Darstellung der faktischen Unmachbarkeit. Es sei denn, der dann fehlende Strom würde durch fossile Verbrennung im In- oder Ausland oder gar Atomstrom aus dem Ausland ersetzt. Was ja wohl beides ein absoluter Witz wäre. Erdacht von Dummköpfen. Denn zusätzlich noch das gleichzeitige Verringern von Kohlekraftwerksleistung in´ s Auge zu fassen, zeugt von Klippschulniveau.
So sähe die Stromerzeugung aus, wenn in dem Zeitraum kein Atomstrom erzeugt worden wäre. Der zusätzliche Bedarf hätte durch Erneuerbare nicht gedeckt werden können. Vor allem aber hätte keinerlei Regelenergie, keine Netzausregelungsenergie, kein Reservestrom (Kleiner Chart oben rechts) zur Verfügung gestanden, um Schwankungen in der Wind- und Sonnenstromerzeugung auszugleichen. Ohne massive Stromimporte gingen in Deutschland die Lichter aus.
Lesen Sie den Artikel, weshalb Kernkraft hier in Deutschland und von Linken in aller Welt dämonisiert wird:
Die größten Erfolge bei der Kernenergie haben ja gerade Schweden und Frankreich zu verzeichnen, zwei Nationen, die von Sozialdemokraten und Sozialisten jahrzehntelang als Vorbild einer gewünschten Gesellschaftsform gehandelt wurden. Nur die Kernenergie, nicht etwa Solar und Wind, hat die Energieversorgung radikal und schnell dekarbonisiert, zugleich für steigende Einkommen gesorgt und den Wohlstand der Gesellschaft vermehrt. Und nur die Kernenergie hat auch den Verkehr dekarbonisiert, nämlich durch den Antrieb von Hochgeschwindigkeitszügen, etwa in Frankreich, Japan oder China. Der Verkehrssektor trägt etwa ein Drittel zu den von der Menschheit insgesamt verursachten Emissionen bei.
Warum also aus der Kernenergie aussteigen? Bei vielen Menschen liegt die Antwort auf der Hand: Unkenntnis. Nur wenige wissen, dass Kernenergie die sicherste aller Energiequellen ist. Oder dass niedrige Strahlendosen harmlos sind. Oder dass Atommüll die beste Abfallart von allen ist. Dieser Auffassung stimme ich weitgehend zu. Um weit verbreiteten Ängsten und der Unwissenheit zu begegnen, haben meine Kollegen und ich „The Complete Case for Nuclear” („Eine umfassende Argumentation für die Kernenergie“) erstellt, wo wir die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse zusammenfassen.
„Manchmal muss man auch genau hinschauen, bevor man sich über irgendwas künstlich aufregt.“ Und fügte hinzu: „Wenn wir das so weitermachen, dann laufen wir Gefahr, etwas ganz Wunderbares in unserem Land kaputt zu machen.“ Mit deutlichem Ärger in der Stimme rief sie: „Heute habe ich das Gefühl, wir sind das verkrampfteste Volk, das überhaupt auf der Welt herumläuft, das kann doch so nicht weitergehen.“
Man müsse an Silvester böllern dürfen, ohne dass Feinstaub-Alarm ausgelöst wird. Wer nicht Veganer werde, sondern beim Fleisch bleibe sei kein Verbrecher. „Das Maß stimmt nicht mehr!“ Die Bitte einer Hamburger Kita, Kinder nicht mehr als Indianer zu verkleiden ansprechend, meinte sie: „Das ist doch alles ein Wahnsinn, was wir hier erleben!“
… als Katalysator haben Forscher aus Kohlendioxid (CO2) Kohle hergestellt.
Damit binden sie das Treibhausgas in einem Feststoff.Der Versuch lief bei Raumtemperatur ab und könnte somit künftig helfen, der Atmosphäre entzogenes CO2 in großem Umfang zu lagern.
Um sicherzustellen, dass sich die Erde bis zum Jahr 2050 höchstens um 1,5 Grad gegenüber dem vorindustriellen Niveau erwärmt, müssen laut dem Weltklimarat IPCC nicht nur Emissionen eingespart, sondern der Atmosphäre muss auch aktiv CO2 entzogen werden. Kürzlich hat in Großbritanniendie erste industrielle Anlage begonnen, Kohlendioxid aus der Luft zu ziehen. Die große Frage ist aber vor allem, wie der Stoff anschließend gelagert werden soll.
______________________
Die große Frage ist, wieviel Energie es braucht, um die Umwandlung zu bewerkstelligen.