Die PublizistinBirgit Kelle, die UnternehmerinGloria von Thurn und Taxissowie der Rechtswissenschaftler und AnwaltUlrich Vosgeraudiskutieren mit Burkhard Müller-Ullrich über die Drohung des deutschen Bundespräsidenten, andersdenkenden Mitbürgern keine „mildernden Umstände“ mehr zu gewähren, über das Verhältnis der AfD zur Europäischen Union, über die jämmerliche Lage der Partei Die Linke und die politische Zukunft von Sahra Wagenknecht sowie über das messianische Bewusstsein von Robert Habeck, der die wirtschaftliche Zerstörung Deutschlands mit „null Hadern, null Zaudern, null Bedauern“ umsetzt.
In dieser Woche ist der Gaspreis sprunghaft angestiegen.
Die Ursache liegt am anderen Ende der Welt. Die deutschen Speicher sind gut gefüllt und Betreiber beruhigen zwar. Eine Entwarnung wollen sie dennoch nicht geben. Denn am Ende entscheidet die Härte des Winters.
Angesichts des verregneten Augusts scheint der Winter gar nicht mehr so weit entfernt. Und auch die Nachricht von sprunghaft steigenden Gaspreisen erinnert in diesen Tagen schon sehr an den vergangenen Winter: Am Mittwoch stiegen die europäischen Gaspreise um zeitweise mehr als 30 Prozent auf über 40 Euro pro Megawattstunde.
Der Grund war ein möglicher Streik am anderen Ende der Welt: In Australien bahnt sich ein Arbeitskampf in einigen Fabriken an, in denen aus Erdgas flüssiges LNG gemacht wird, das dann exportiert wird. Deutschland ist nach dem Ende der russischen Gaslieferungen über Pipelines wie Nord Stream 1 extrem abhängig von der Preisentwicklung des Flüssiggases auf dem Weltmarkt.
Zwar liegen die Preise auch nach dem Kurssprung in dieser Woche weit entfernt von den Höchstständen des vergangenen Jahres, als die Megawattstunde zeitweise über 300 Euro kostete. Doch eine solche Preisspitze im europäischen Hochsommer lässt aufhorchen.
Und tatsächlich bereiten sich die Gasspeicherbetreiber in Deutschland auch in den Sommermonaten auf einen weiteren potenziell schwierigen Winter vor. Zwar sind die Speicher im Augenblick mit fast 90 Prozent schon extrem gut gefüllt, doch Entwarnung für die kalten Monate gibt die Initiative Energie Speichern (INES) trotzdem nicht.
Hören Sie die Sendung des Dlf. Es ist eine bemerkenswerte Erfahrung, und …
Die AfD ist böse.
Dass von der Partei eine Verbesserung der Lage ausgehen könnte, davon wird generell nicht ausgegangen. Das sehen gemäß nahezu aller Umfragen die repräsentativ befragten Bürger insgesamt anders.
UND:Alles muss unter dem Klimaschutzaspekt gesehen werden.
… als eine Fragestellerin behauptet: Gesundheitsminister Lauterbach sei von der Pharmaindustrie gekauft. Und: Außenministerin Baerbock habe Russland „den Krieg erklärt“. Da wird selbst der sanfte Scholz deutlich: Lauterbach arbeitet NICHT für die Pharmaindustrie! Und: NIEMAND habe Russland den Krieg erklärt. Putin sei in der Ukraine einmarschiert, riskiere damit einen „Brand in ganz Europa“.
Man spürt: Scholz kann auch kraftvoll, fast zornig.
Die Frage des Erfurter Rentners Klaus-Dieter Otto (74, „Was tun sie gegen Demokratiefeinde?“) nimmt der Kanzler Volley mit Ziel auf die AfD: „Wir drücken uns da nicht und halten dagegen“, verspricht Scholz – und arbeitet sich Punkt für Punkt am Europaprogramm der Rechtsaußen-Partei entlang. Wohlstand, Sicherheit, die Wiedervereinigung „haben wir Deutschen der Europäischen Union zu verdanken!“, donnert er in die Runde.
Logik: Wenn die AfD die EU verlassen wolle, dann koste das deutsche Arbeitsplätze. Zur Vorsicht schickt er noch eine Salve von internationalen High-Tech-Firmen hinterher, die trotz der angeblichen Schwäche der deutschen Wirtschaft Milliarden in unser Land pumpten – unter anderem auch nach Thüringen.
Asyl und Flüchtlinge? Spricht niemand an
So plätschert der Abend vor sich hin. Das Thema Flüchtlinge oder Asyl spricht im AfD-Rekord-Land (32 Prozent) erstaunlicherweise niemand an. Immerhin: Scholz gesteht, wenn er zu Fragen nichts zu sagen hat („Schreiben Sie mir, ich kümmere mich“). Wenn’s heikel wird (Bildung, Wohnungsbau, Pflege, Rente) verweist er auffallend häufig an die Zuständigkeiten („Sache der Länder“) oder ans Bundesverfassungsgericht (Rentensteuer).
Quelle // Scholz „kraftvoll, fast zornig“ ab Minute 15:38 … Naja …
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Scholz musste sich gestern einem neuen Bürgerdialog in Erfurt Fragen zu Energie und Klima stellen. Dabei hat er den Bürgern dreist ins Gesicht gelogen, nur um seine grüne Ideologie zu beschützen. Jetzt ist die ganze Sache aufgeflogen und man konnte deutlich sehen, dass Scholz keinerlei Ahnung von Energie & Klima hat.
[…] im Juli 2023 ist die Abweichung der globalen Temperatur vom 30-jährigen Mittel der satellitengestützten Messungen der University of Alabama (UAH) gegenüber dem Mai sehr deutlich angestiegen. Der Wert beträgt 0,64 Grad Celsius und stellt die zweithöchste Abweichung vom langjährigen Mittel seit 1979 dar. Der für die Messungen verantwortliche Dr. Roy Spencer stellte fest, “dass etwas Seltsames vor sich geht.” Über mögliche Ursachen hierfür lesen Sie unten mehr. Der Temperaturanstieg beträgt im Durchschnitt pro Jahrzehnt seit 1979 0,14 Grad Celsius.
Der Ausbruch des Hunga-Tonga und das Schweigen der Klimawissenschaftler
Am 15. Januar 2022 ereignete sich die Eruption des unterseeischen Vulkans Hunga-Tonga im Südpazifik nahe dem Tonga-Archipel. 146 Millionen Tonnen Wasser wurden bis 40 Kilometer in die Stratosphäre hochgeschleudert. Der Wasserdampf, das mit Abstand bestimmende Klimagas unserer Erde, erhöhte sich in der Stratosphäre um 10-15 %.
Nach Angaben der NASA ist die Hunga-Tonga Explosion die größte bekannte Wassereruption in die Stratosphäre. Normalerweise schiessen Vulkane wie der Pinatubo Asche und Schwefelverbindungen in die Atmosphäre und führen dadurch zu einer Abkühlung. Der Hunga-Tonga liegt 150 m unter der Wasseroberfläche und hat daher hauptsächlich Wasser hochkatapultiert. Wasserdampf in der Stratosphäre führt zu einer Temperaturerhöhung. Der Wasserdampf verteilt sich auf Grund fehlender Windströmungen in der Stratosphäre langsam, so dass die Spitze der Temperaturerhöhung 1-2 Jahre nach dem Ereignis, also in diesem Jahr, zu erwarten ist. Nach Susan Solomon, Stratosphärenphysikerin des US-amerikanischen MIT, wird die globale Temperatur 3-5 Jahre lang um etwa 0,05 °Celsius erhöht. Ebenfalls wird in den nächsten fünf Jahren der Niederschlag auf die Erde vergrössert.
Bei einem durchschnittlichen Anstieg der Temperatur der letzten 40 Jahre von 0,014 Celsius pro Jahr wird der Anstieg durch Hunga-Tonga etwa verdoppelt. Inwieweit die Veränderung der Stratosphäre den Jet-stream und die dadurch entstehenden blockiertem Wetterlagen beeinflusst, wäre eine interessante Aufgabe für unsere Wetterforscher.
Nimmt man hinzu, dass sich im Sommer 2023 ein neuer El-Nino im Pazifik gebildet hat, der üblicherweise die globalen Temperaturen (siehe 1998, 2010, 2016 im obigen Diagramm) um 0,3 bis 0,5 °Celsius erhöht, sind die Juni- und Juli- Rekordtemperaturen auf natürliche Weise (ohne CO2) erklärbar. Stattdessen erwischte uns eine Lauterbachscher Hitzetoten-Erklärung auf Grund des CO2-bedingten Klimawandels. Kein Wort über El Nino oder Hunga – Tonga in den Nachrichtensendungen des öffentlich – rechtlichen Rundfunks. Es hätte wohl das schrille CO2-Narrativ Anfang Juli zu sehr gestört, wenn auf natürliche Ursachen einer Wetterveränderung hingewiesen worden wäre. (Lauterbach : “Der Klimawandel zerstört den Süden Europas. Eine Ära geht zu Ende.” ).
Auch über andere Erwärmungsursachen schweigt man lieber
Am 11. August spricht Benjamin Gollme mit dem ehemaligen Umweltsenator von HamburgProf. Fritz Vahrenholt [Mikro 1] über den Vulkan Hunga Tonga. Dessen Ausbruch hält Vahrenholt für mitverantwortlich für die derzeitigen Wettermessungen. Seit Mai 2022 sitzt der ArztHeinrich Habigunschuldig im Gefängnis, weil er Menschen helfen wollte. So sehen es er und seine Unterstützer. Habig wird vorgeworfen, Impfzertifikate ohne Impfung ausgegeben zu haben, und wurde dafür zu einer Haftstrafe verurteilt. Über diesen Fall sprechen wir mit dem Prozessbeobachter Chris Moser[Mikro 2]. Und wir begrüßen den nautischen SachverständigenJörg Nobis [Mikro 3]. Mit ihm geht es um brennende Autofrachter, die Ursachenforschung und den Verdacht, dass Elektroautos verheerende Schiffsbrände auslösen.
… so lautet die übliche Botschaft nach Unwettern. Doch ganz so einfach ist es nicht. WELT zeigt, wie sich das Klima in Deutschland wirklich gewandelt hat – machen Sie sich Ihr eigenes Bild anhand von aktuellen Grafiken. …
… Dürre, Stürme, Fluten – geht es nach manch einem Wettermoderator oder Politiker, weist jedes Extremwetter in Deutschland auf die globale Erwärmung. Vorträge, Bücher, ganze Konferenzen leben von der Beschwörung klimawandelbedingter Naturkatastrophen.
Zwar hat die Klimaforschung überzeugend dargelegt, dass die durch menschliche Aktivitäten freigesetzten Treibhausgase eine globale Erwärmung ausgelöst haben, die sich fortsetzen und riskante Folgen zeigen wird. Aber wie auch der UN-Klimabericht veranschaulicht, bedeutet das nicht, dass sich alle Wetterphänomene verschärfen.
Hier der Blick auf Deutschland
Das Land hat sich erwärmt, seit 1880 um 1,7 Grad im Jahresdurchschnitt. Kontinente erwärmen sich schneller als Ozeane, deshalb liegt der Temperaturanstieg in Europa über dem globalen Durchschnitt, der von den Meeren geprägt ist.
*Weil das Thema außerordentlich wichtig für die Fragestellung „Deutschland, Klima, Energiewende u.v.m. “ ist, zitieren wir den Text und einen Teil der Leserkommentare als PDF. Verweise und alle Kommentare der Leserschaft lesen Sie, wenn Sie WELTplus testen/abonnieren. Wir empfehlen WELTplus ausdrücklich: 30 Tage für 1 € testen. Achtung: Die Schnupperangebote können sich ändern!
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