NZZ – Was verkennt Dr. Wodarg?

Wolfgang Wodarg ist 73 und Lungenfacharzt, …

Quelle Grün-kursives Zitat: Hier klicken

… er war früher einmal Schiffsarzt und dann viele Jahre Amtsarzt in Schleswig-Holstein. Und er hält die weltweit erlassenen, strikten Massnahmen gegen die Corona-Pandemie für verantwortungslos – weil schädlich für die Wirtschaft – und für einen Ausdruck von Hysterie. Sars-CoV-2 sei nicht gefährlich und vermutlich gar nicht wirklich neu, gibt er sich überzeugt. Um dem seiner Ansicht nach schädlichen Treiben Einhalt zu gebieten, hat er vor wenigen Tagen ein Video gedreht. Er sitzt dort vor einer dunklen Wand, im grün-beigen Jackett, mit weissem Bart und etwas wirren Haaren. Seine Ausführungen garniert er mit einer Prise Verschwörungstheorie: Die Welt folge Virologen, die mit Tests Geld verdienen wollten. Sein Video sowie Interviews mit ihm wurden auf Youtube bereits mehr als eine Million Mal geklickt. Doch seine Kernaussagen halten einer Überprüfung nicht stand. …

Schau´n wir mal:

1. Wodarg sagt: Sars-CoV-2 ist nicht gefährlich und eventuell noch nicht einmal neu

Zwar sind Coronaviren an sich nichts Neues für den Menschen, da hat er recht. So gibt es vier Coronaviren, die seit Jahrzehnten in Menschen vorkommen. Sie verursachen schätzungsweise 5 bis 15 Prozent der winterlichen Atemwegserkrankungen in Europa.

Doch genetische Untersuchungen des Erbguts von Sars-CoV-2 belegen, dass dieses Virus erst vor ganz kurzer Zeit auf den Menschen übergesprungen ist. Und weltweit würden nicht in so kurzer Zeit so viele Menschen daran erkranken, wenn dieser Erreger für den menschlichen Körper und damit das Immunsystem tatsächlich ein alter Bekannter wäre. Denn gegen seit Jahren zirkulierende Viren sind viele Menschen immun.

Korrekt ist, dass rund 80 Prozent der Infizierten nur eine leichte Atemwegserkrankung ähnlich einer normalen Erkältung entwickeln. Es stimmt auch, das vermutlich nicht jede Person, die sich mit Sars-CoV-2 infiziert hat und dann gestorben ist, wirklich an dem Virus gestorben ist. Doch Sars-CoV-2 ist nach allem, was man bis jetzt weiss, kein ausschliesslich harmloses Halsweh-Husten-Virus. Es verursacht deutlich mehr schwere Erkrankungen, die eine intensivmedizinische Betreuung inklusive Beatmung benötigen, als andere Coronaviren oder auch manche Grippeviren. «Es kommt bei manchen Infizierten aus noch unbekannten Gründen zu einer fulminanten Verschlimmerung und zur schnellen Entwicklung einer schweren Lungenentzündung, der Sauerstoffaustausch wird derart eingeschränkt, dass der Patient dann daran stirbt», erklärt der Virologe Hendrik Streeck von der Universität Bonn. Diese Todesfälle gehen eindeutig auf Covid-19, die von Sars-CoV-2 ausgelöste Atemwegserkrankung, zurück. Solch einen Verlauf gebe es auch bei jüngeren, zuvor völlig gesunden Infizierten, keineswegs nur bei älteren mit einer Vorerkrankung.

Wodargs Hauptfehler bei der Betrachtung der Gefährlichkeit ist aber, dass er das derzeitige exponentielle Wachstum der Infektionen völlig ausser acht lässt. Dieser Anstieg ist der grosse Unterschied zur saisonalen Grippewelle.

«Laut unseren bisherigen Erfahrungen müssen rund 5 Prozent der Infizierten intensivmedizinisch betreut werden», erklärt Clemens Wendtner, Arzt an der München-Klinik Schwabing, wo sein Team seit Januar Patienten mit Covid-19 betreut. «Ohne Eindämmungsmassnahmen wie Kontaktverbote, Schulschliessungen und Ausgangssperren wird es gemäss Modellrechnungen in wenigen Wochen bis zu 300 000 Infizierte in Deutschland geben», erläutert Wendtner. Wenn dann 5 Prozent und damit 15 000 Patienten innert kurzer Zeit in intensivmedizinische Betreuung in Spitäler müssten, käme das System an eine Belastungsgrenze. Eine Überlastung wird zurzeit in Italien drastisch vor Augen geführt. Dort transportieren mittlerweile Kolonnen von Militärfahrzeugen die Toten aus den Spitälern ab. Immer mehr Spitäler müssen entscheiden, welche Patienten sie sterben lassen und welche sie beatmen.

Auch für Nichtinfizierte wird die Lage unter solchen Umständen dramatisch, weil Patienten nach Unfällen, Herzklappen- oder anderen Operationen nicht mehr ausreichend versorgt werden können.

Der letzte Satz belegt, dass die Folgen der Corona-Panik wesentlich größer sein kann, als Corona – Covid 19 – selber. Das Bevorraten von Betten und das Verschieben von Behandlungen und Operationen wegen eines möglichen Corona-Ansturms ist nicht zielführend. Ansonsten sind Modellrechnungen eben Modellrechnungen. Die bisherige Anzahl der Erkrankten in Deutschland, die Anzahl der Verstorbenen und vor allen auch die weit aus höhere Zahl der Genesenen, als angegeben, weil nicht meldepflichtig, rechtfertigt in der Tat keine der Maßnahmen, die zur Zeit gefahren werden: Hier klicken.

 2. Wodarg sagt: Wenn wir nicht testen würden, wäre uns das Virus gar nicht aufgefallen

«Doch, auf jeden Fall», sagen Experten. Man hätte vermutlich zuerst gedacht, dass dieses Jahr eine intensive Grippesaison sei. Doch spätestens zu dem Zeitpunkt, als plötzlich wie im Kreis Heinsberg ungewöhnlich viele Patienten mit Atemwegserkrankungen in die Spitäler kamen, wäre uns aufgefallen, dass es sich um ein neues Virus und eine neue Bedrohungslage handeln muss.

Wenn man wirklich einen Überblick über die tatsächlich Infizizierten bekommen wollte, würde ein Ort ausgewählt, der in etwa die Bevölkerungsstruktur Deutschlands aufweist. Da würden alle getestet. Dann könnte man hochrechnen. So sind die Tests und damit die Ergebnisse, reine Zufallsprodukte. Beleg. Letzten Samstag und Sonntag sanken die Neuinfektionen massiv. Erst Montag zogen sie wieder an. Ist ja klar. Samstag, Sonntag sind die Arztpraxen geschlossen, deshalb weniger Neuinfektionen. Allein die Tatsache, dass Deutschland nicht in der Lage ist, eine korrekte und verbindliche Statistik zeitnah zur Verfügung zu stellen, ist ein Skandal. Allein die Tatsache, dass in Medien diverse Zahlen zu Neuinfizierten, Verstorbenen und Genesenen in diversen Größenordnungen geistern, dass die Anzahl der Genesenen nicht meldepflichtig ist, belegt, dass Deutschland schlechter aufgestellt ist, als ein Imbiss.

3. Wodarg sagt: Die durch Sars-CoV-2 verursachten Todesfälle werden wir übers Jahr gesehen nicht in der Sterbestatistik sehenMit dieser Datenlage die Maßnahmen

Es ist richtig, dass bis anhin in der Schweiz oder in Deutschland mit jeweils über 50 an Covid-19 Verstorbenen das Virus noch keinen Todeszug angetreten hat. Doch Wodarg verkennt hier völlig, dass man sich in allen europäischen Ländern – ausser eventuell in Italien – erst am Anfang der Pandemie befindet. Bei einem ungebremsten exponentiellen Wachstum könnten sich die Todeszahlen schnell und drastisch ändern, so Wendtner warnend. Italien sei bereits so weit, dass man in manchen Regionen über die grippebedingte Übersterblichkeit gekommen sei, also mehr Menschen wegen Sars-CoV-2 gestorben seien, als man in einem Winter wegen  Atemwegserkrankungen inklusive Grippe erwarte, meint Christian Drosten, Virologe und Corona-Experte von der Berliner Charité. Einig sind sich Wodarg und Drosten nur darin, dass zurzeit keiner weiss, wie die Sterbestatistik Ende Jahr aussehen wird.

Genau so wird es sein. Das EU-Mortalitätsmonitoring hat bis heute keine erhöhte Mortalität wegen Covid 19 feststellen können, argumentiert aber natürlich vorsichtig:

In den letzten Tagen hat der EuroMOMO-Hub viele Fragen zu den wöchentlichen Gesamtmortalitätsdaten und dem möglichen Beitrag einer COVID-19-bezogenen Mortalität erhalten. Einige fragen sich, warum in den gemeldeten Sterblichkeitszahlen für die von COVID-19 betroffenen Länder keine erhöhte Mortalität beobachtet wird.
Die Antwort lautet, dass eine erhöhte Mortalität, die hauptsächlich auf subnationaler Ebene oder in kleineren Schwerpunktbereichen auftreten und / oder sich auf kleinere Altersgruppen konzentrieren kann, auf nationaler Ebene möglicherweise nicht festgestellt wird. Dies gilt umso mehr für die gepoolte europaweite Analyse angesichts des großen Nenners der Gesamtbevölkerung. Darüber hinaus verzögert sich die Registrierung und Meldung von Todesfällen immer um einige Wochen. Daher müssen die EuroMOMO-Sterblichkeitszahlen der letzten Wochen mit einiger Vorsicht interpretiert werden.

Obwohl in den EuroMOMO-Zahlen derzeit keine erhöhte Mortalität beobachtet wird, bedeutet dies nicht, dass in einigen Gebieten oder in einigen Altersgruppen, einschließlich der Mortalität im Zusammenhang mit COVID-19, keine erhöhte Mortalität auftritt.

Quelle: Hier klicken 25.3.2020, 11:37 Uhr

PDF der Sterblichkeitsverläufe  bis Woche  11/2020: Hier klicken

Wodarg sagt: Der zurzeit durchgeführte Test ist weder validiert noch spezifisch, Virologen wie Drosten wollen damit nur Geld verdienen

Der in Deutschland und auch in anderen Ländern angewandte und von Drostens Team im Januar entwickelte Test auf Sars-CoV-2 war der erste verfügbare Test. Gemäss den auf der Website der Weltgesundheitsorganisation veröffentlichten Analysen sowie den Aussagen von Drosten wurde in zahlreichen Labortests gezeigt, dass der Test spezifisch ist. Er erkennt Sars-CoV-2 und einige Fledermaus-Coronaviren, die jedoch nicht im Menschen vorkommen. Die uns vertrauten «alten» Coronaviren erkennt er hingegen nicht. Der Test wurde in Labors und Spitälern in Berlin, Rotterdam, London und Hongkong an Hunderten von Virusisolaten aus Patienten validiert. Dem Vorwurf, geldgierig zu sein, widerspricht Drosten energisch. Er verdiene mit den Tests keinen Cent, im Gegenteil, die Bereitstellung von Tests an Labore in diversen Ländern koste die Charité Geld.

Naja, Frau Merkel musste ja auch mehrfach getestet werden, weil ein Test faktisch nicht zuverlässig ist. Denn es kommt darauf an, wann getestet wird. Entscheidend ist der Kontakt mit einem Infizierten. Da die Inkubationszeit aber 3 bis 14 Tage betragen kann, ist jeder Test praktisch unsicher. Testreihen müssten also her. Nun kostet jeder Test richtig Geld.

Da hat Herr Prof. Drosten aber Glück. Und wird Multimillionär. Auch wenn er das bestreitet. Denn, wenn es nicht so wäre, dann wäre er ganz schön blöd, oder?

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Draghi, Merkel und Schäuble haben die Toten in Italien mit auf dem Gewissen

Norbert Häring meint auf seinem Blog

Norbert Häring

19. 03. 2020 | Dass in Italien das Corona-Virus so viele Todesopfer fordert, hat einen Grund: mangelnde Behandlungskapazitäten in Krankenhäusern. Und diese wiederum haben ihren Grund darin, dass die Europäische Zentralbank mit Unterstützung der Bundesregierung die in Not geratene italienische Regierung so lange erpresste, bis sie ihre Ausgaben für das Gesundheitswesen zusammenstrich.

Es war 2011, die Hochzeit der Finanzkrise und die Anleiheinvestoren verlangten immer höhere Renditen um italienische Anleihen ins Depot zu nehmen. Da schrieben der damalige Chef der Bank von Italien, Mario Draghi, und der Chef der EZB, Jean-Claude Trichet einen Brief an die italienische Regierung, den sie zu allem Überfluss auch noch an die Presse geben ließen. Darin forderten Sie, wie in einem lesenswerten aktuellen Beitrag im „Freitag“ unter dem Titel „Austerität ist tödlich“ dargelegt, heftige Einschnitte bei den öffentlichen Ausgaben, Davon machten Draghi und Trichet  den Kauf italienischer Anleihen abhängig. […]

Quelle & weiter lesen: Hier klicken

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Hinzu kommt wahrscheinlich, dass wenn immer möglich jedem Toten ein Corona-Zusammenhang hergestellt wird. Das treibt die Zahlen, erhöht das Mitleid und fördert den Mittelzufluss. Meine Meinung.

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Guten Morgen, liebe Leser!

Inmitten der Coronavirus-Pandemie treibt Erdoğan sein böses Spiel an der Evros-Grenze weiter. Die Griechen verlieren diese Front nicht aus den Augen und haben ihren Grenzschutz aufgerüstet. Die resultierenden Szenen werden inzwischen allgemein als kriegsähnlich beschrieben.

Quelle: Hier klicken

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  • Heute,11:00 Uhr: Zur Causa Höcke – Darf der Mann – lt. Gericht – Faschist genannt werden?
  • Heute, 14:00 Uhr: Die andere Meinung – Draghi, Merkel und Schäuble haben die Toten in Italien mit auf dem Gewissen
  • Heute, 17:00 Uhr: NZZ –  Was verkennt Dr. Wolfgang Wodarg

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Die Achse-Morgenlage: Hier klicken

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Deutschland heute, z. B.

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Umwelt

Kurzvideo zum Vortrag Rüdiger Stobbe bei der AfD in Selb: Hier klicken

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Der Firnis der Zivilisation ist …

dünn

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Toilettenpapier & Mehr

Das Ding gibt es zwar erst seit dem Jahr 1879, …

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Hart-aber-fair 23.3.2020: Kritikloses Dummschwätzen unserer Guten

Es ist wie anno dazumal beim ´Führer`:

´Wenn wir untergehen, dann gehen wir alle unter!`

Sehen Sie sich diesen Ausschnitt aus der Sendung vom 23.3.2020 an:

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Die Rente in der Zeit der Babyboomer ab 2025

Ende der Woche soll es übergeben werden, …

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Guten Morgen, liebe Leser!

Dynamische Quelle: Hier klicken

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  • Heute 11:00 Uhr: Was geschieht mit der Rente, wenn ab 2025 die Masse der Babyboomer in den Ruhestand geht?
  • Heute, 14:00 Uhr: Die „Phrasendreschmaschine“ / Lernen mit dem Tod umzugehen / „Es gibt bloß eins,was wichtig ist: Dass man sterben muss!“ (Filmzitat Django)
  • Heute, 17:00 Uhr: Toilettenpapier & Mehr

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Der Firnis der Zivilisation ist …

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Roger Köppel fragt aus der Schweiz:

Wissen sie wirklich, was sie tun?

Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, legt der Bundesrat im Sog anderer Regierungen die Schweiz lahm. Die Demokratie wird ausser Kraft gesetzt. Die wirtschaftlichen Verheerungen sind gigantisch, womöglich schlimmer als die Krankheit.

Quelle grün-kursives Zitat = Editorial Schweizer Weltwoche 12/2020: Hier klicken

Alle applaudieren, niemand hinterfragt. Der Bundesrat hat die Schweiz zu einer Art Sperrgebiet erklärt. Das gesellschaftliche Leben und die Wirtschaft werden fast auf den Nullpunkt heruntergefahren. Nicht alle werden die Vollnarkose überleben. Die Notmassnahmen sind legal beschlossen worden, auf der Grundlage eines weitreichenden Epidemiengesetzes. Seit dem Zweiten Weltkrieg konzentrierte keine Schweizer Regierung mehr Macht in ihren Händen. Niemand weiss, wann der Ausnahmezustand enden wird. Nicht einmal die SVP, sonst als nicht besonders regierungsfreundlich bekannt, äussert Kritik.

Selbstmord aus Angst vor dem Sterben

Verantwortungsvolle Politiker müssen immer die Frage nach der Verhältnismässigkeit getroffener Massnahmen stellen. Was ist das Problem? Wie kann es gelöst werden? Zu welchem Preis? Kosten-Nutzen-Analysen sind, wenn es um Gesundheit und ums Leben geht, naturgemäss unerwünscht, aber sie bleiben notwendig. In der herrschenden Corona-Angst scheint man sich dieses Erfordernis gänzlich ersparen zu wollen. Alle Mittel sind der Regierung und den politischen Parteien recht, um die Ausbreitung des Erregers zu verlangsamen. Gleichzeitig beschleicht viele ein ungutes Gefühl. Ist die Schweiz, ist die Welt im Begriff, aus Angst vor Ansteckungen wirtschaftlichen Selbstmord zu begehen?

Wer ein Risiko bekämpfen will, muss es nüchtern analysieren. Die neuartige Corona-«Grippe» wurde letzten Dezember erstmals in China entdeckt. Möglicherweise sprangen die Viren an einem Fischmarkt von Tieren auf den Menschen über. Am Ursprung der Seuche sollen dichtgeballte Schwärme von Fledermäusen stehen. Man vermutet, dass sich das Coronavirus schneller ausbreitet als herkömmliche Grippe-Erreger. Allerdings sind wir bereits hier in der Kampfzone akademischer Auseinandersetzungen. Die einen sagen, ein Corona-Infizierter stecke bis zu dreimal mehr Menschen an als ein Grippekranker. Andere behaupten, die Coronaviren seien weniger ansteckend als Influenza oder Masern.

Alle rennen in die gleiche Richtung

Genaueres ist über die Gefährlichkeit des neuen Erregers im Umlauf. Man weiss, dass die Corona-Erkrankung für den Grossteil der Infizierten nicht besonders gefährlich ist. Wirklich gefährlich ist die Seuche vor allem für alte und gleichzeitig kranke Personen. Unter den Jüngeren können schwerwiegend Vorerkrankte in ernste Not geraten. Neue Hochrechnungen des Imperial College in London befürchten zwar einen grösseren Prozentsatz an Intensivpatienten in der Gruppe 50 plus, aber das sind Szenarien, keine Messungen. Das durchschnittliche Alter der bisherigen Corona-Toten liegt bei rund 80 Jahren für Männer und bei 84 Jahren für Frauen. Männer erkranken häufiger schwer als Frauen.

Das sind die Fakten. Viele Virologen sind der Ansicht, dass wir die Ausbreitung des Virus gar nicht stoppen können. Die Natur bricht sich Bahn. Am Ende dürften sich rund 70 bis 80 Prozent der Menschheit anstecken, die allermeisten voraussichtlich ohne gesundheitliche Probleme. Die Gefahr von Corona-Mutationen in Richtung Killervirus schliessen die von uns befragten Experten aus. Der Erreger werde im Zuge seiner Verbreitung ungefährlicher. Die Menschen bilden Immunkräfte, und neue Viren entstehen. Es ist kein ungewöhnlicher Prozess. Umso dringlicher stellt sich die Frage: Mit welchen Massnahmen soll die Corona-Pandemie vernünftigerweise bekämpft werden? Stimmen Aufwand und Ertrag?

Verblüffend ist, dass genau diese Fragen gegenwärtig keine, aber auch gar keine Rolle zu spielen scheinen. Weil alle in die gleiche Richtung marschieren, marschiert auch die Schweiz, marschieren Bundesrat, Medien, Parteien, ja weite Teile der Öffentlichkeit in gespenstischer Nicht-Distanz einher. Die Amerikaner machen es wie die Chinesen, die Österreicher wie die Amerikaner, die Deutschen und Franzosen wie die Italiener, und alle Staaten scheinen sich eine Art Überbietungswettlauf zu liefern. Wer kann noch einen draufsetzen? Eine unheimliche Entgrenzung ist im Gang. Selbst US-Präsident Trump hat seine abschreckende Wirkung verloren und fällt kaum mehr auf im neuen Mainstream der allgemeinen Selbsterdrosselung.

Anders als die Medien und die Parteien durch ihre einhellige Zustimmung suggerieren, hätte der Bundesrat durchaus Handlungsalternativen. Anstatt die ganze Schweiz lahmzulegen, Schulen und Betriebe zu schliessen, Unternehmer in den Ruin und die Volkswirtschaft in den Kollaps zu treiben, wäre es denkbar, vor allem die Minderheit der speziell Gefährdeten unter strengste Schutzquarantäne zu stellen. Man könnte die akut bedrohten alten Menschen und die Risikopatienten abschirmen, notfalls isolieren, ohne die ganze Wirtschaft in Flammen zu setzen. Natürlich kann man alle einsperren, um wenige zu schützen. Aber ist es nicht unverhältnismässig, die Nicht-Risikogruppen gleich zu behandeln wie die Risikogruppen, denen eine tödliche Gefahr droht?

Differenzieren verboten

Die Schweiz scheint die Fähigkeit zu verlieren, Gleiches gleich und Ungleiches ungleich zu behandeln. In vielen Sphären der Gesellschaft verwischen relevante Unterschiede. Im Klassenzimmer dürfen schwache und stärkere Schüler nicht mehr getrennt werden. Im Flüchtlingswesen hat man aufgehört, zwischen echten und falschen Flüchtlingen, zwischen Migranten, Wirtschaftsflüchtlingen und wirklich an Leib und Leben Verfolgten zu differenzieren. Wer unterscheidet, macht sich angreifbar. Wer alles in einen Topf wirft, geht den bequemen Weg. Deshalb ist die Beschwörung differenzblinder Gleichheit so attraktiv für Politiker. Sie blockt negative Schlagzeilen und sichert Applaus.

«Souverän ist, wer über den Ausnahmezustand entscheidet.» Nach der berüchtigten Autokratenformel des deutschen Juristen Carl Schmitt verfährt in Zeiten von Corona der Bundesrat. Er schränkt die Freiheitsrechte der Bürger und Betriebe massiv ein. Derweil haben die Konjunkturforscher in der Verwaltung schlaflose Nächte, weil sie erkennen, dass die Regierung mit ihrer Totalquarantäne ein Rezessionsmonster entfesselt ohne die Instrumente, um es wieder einzufangen. Niemand weiss, wann und nach welchen Kriterien der Bundesrat sein Vollmachtenregime wieder aufhebt. Nach dem Zweiten Weltkrieg brauchte es fünf Jahre und eine Volksabstimmung, bis die Volksrechte zurückkehrten. Ab welcher Zahl von Infektionen oder Toten wird der Ausnahmezustand heute aufgehoben? Proportionen geraten aus dem Blick. Im Jahr 2015 starben alleine in der Schweiz 2500 Menschen an Grippe. Die Hongkong-Grippe 1968 forderte global eine Million Tote. Mindestens. Bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe waren schweizweit rund 20 Corona-Tote aus der bekannten Risikogruppe zu beklagen, Tendenz allerdings steigend.

Selbstsucht im Zeichen der Solidarität

Der Bundesrat beruft sich auf «Zusammenhalt» und «Solidarität». Da fühlen sich alle angesprochen. In der Praxis ereignet sich das Gegenteil. Die Notmassnahmen beflügeln rationale Selbstsucht und Hamsterkäufe. Alle schauen für sich, und jeder ist sich selber der Nächste. Wenn Regierungen den internationalen Notstand erklären und die Wirtschaft abwürgen, muss man sich nicht wundern, wenn die Leute ihre Vorratskammern füllen. Möglicherweise ist die Angst vor dem immer realer werdenden Wirtschaftsinfarkt inzwischen grösser als die Angst vor dem Erreger.

Obschon alle Schulen geschlossen wurden, strömten die Kinder am ersten frühlingshaften Notstands-Wochenende in Scharen auf die Fussballfelder; ohne «Social Distancing». Paare und Passanten flanierten in Küsschendistanz über die städtischen Plätze. Als besonders immun gegen die bundesrätliche Pandemiewarnung erwiesen sich allerdings die gefährdeten Senioren. Man hat dafür sogar Verständnis. Kaum ein über Achtzigjähriger, der die Sonne noch geniessen kann, dürfte sich von der Politik seine kostbare Lebenszeit durch eine Art Isolationsarrest in den eigenen vier Wänden nehmen lassen. Viele der Älteren, zu deren Schutz sich die Schweiz isoliert, möchten sich im Spätherbst ihres Lebens vielleicht gar nicht isolieren lassen. Die bundesrätliche Solidarität empfinden manche, die damit beglückt werden sollen, als Zumutung des Freiheitsentzugs.

Wenn Dämme brechen

Schiesst der Bundesrat mit seinem Notstandspaket massiv übers Ziel hinaus? Gut möglich. Es fängt schon bei den Begriffen an. Bundespräsidentin Sommaruga spricht davon, dass alle gleichermassen von Corona «betroffen» seien. Das stimmt – und ist doch irreführend. Entscheidend ist nicht der Betroffenheits-, sondern der Bedrohungsgrad. Und der liegt nach heutigen Erkenntnissen bei den Risikogruppen deutlich höher.

Die verfälschende Problemverallgemeinerung kann zu falschen Lösungen führen. Anstatt gezielt zu schützen und abzuschirmen, auferlegt der Bundesrat der ganzen Schweiz gigantische Opfer mit unabsehbaren Langzeitfolgen. Die Börsen stürzen ab. Konkurswellen rollen an. Existenzen werden vernichtet. Kein Risiko trägt eigentlich nur die Regierung: Gibt es weniger Tote als erwartet, ist es wegen ihrer Politik. Gibt es mehr Tote als befürchtet, liegt es am Virus. Geht die Wirtschaft unter, bekommen die Bundesräte trotzdem ihren Lohn. Ausbaden müssen es andere.

Die Dämme werden brechen. Schon heute ruft die Wirtschaft nach dem Staat. Die Regierung wird nicht nein sagen können, weil sie mit ihren Massnahmen die Misere selbst hervorrief. Der Bundesrat gerät in Geiselhaft von Unternehmen, Medien und Parteien. Wer bekommt Geld? Wer geht bankrott? Die Allmacht der Politik wird den Staat aufblähen wie im Krieg. Ein neuer Kollektivismus bricht aus. Er könnte die Schweiz auf Dauer verändern. Nicht zum Guten.

Anders macht es Grossbritannien. Mutig schwimmt Premier Boris Johnson gegen den globalen Strom. Statt die Wirtschaft ins terminale Koma zu befördern, setzt er auf gezielten Schutz der «sehr kleinen, aber wichtigen Gruppe» der besonders Gefährdeten. Schulen bleiben offen, das Leben geht weiter. Ob es gelingt? Ob er es durchhält? Keiner weiss es. Niemand hat das Rezept. Alle sind auf einem Blindflug, Bundesrat, Medien, Politik, der Schreibende inbegriffen. Gerade auf einem Blindflug aber ist es nötig, laufend den Kurs zu hinterfragen. Nur die Abgründe, die wir nicht sehen, bringen uns um.

Guten Morgen, liebe Leser!

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  • Heute, 11:00 Uhr: Roger Köppel fragt aus der Schweiz: Wissen sie, was sie tun?
  • Heute, 14:00 Uhr: Mal was Anderes als Corona – Piet Klocke – Das Geschlecht
  • Heute, 17:00 Uhr: Die Kosten lassen erschaudern

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