Der Deutschlandfunk macht sich darum verdient, Fragen, die den Islam betreffen, zu thematisieren. In diesem Zusammenhang der Hinweis auf die Reihe „Koran erklärt„.
Interview
In der Nachosterwoche beginnt der Deutschlandfunk eine vierteilige Reihe zum Thema ´Frauen im Islam` (29.3.2016 bis 1.4.2016). Heute, am 29.3. 2016 wurde Sineb El Masrar von Christiane Florin interviewt. Sie können das Interview lesen, wenn Sie auf das Logo klicken. Bemerkenswert ist, dass es für Frauen im Islam offensichtlich immer dann schwierig wird, wenn sie anfangen nachzudenken und ihre Gedanken öffentlich machen. Stichhaltige Aussagen des Koran oder von islamischen Gelehrten für eine andere Rolle
Averrhoës oder auch Ibn Ruschd
von Frauen im Islam, als die bekannte den Männern untergeordnete, gibt es wohl nicht. Sineb El Masrar muss schon auf Ibn Rushd zurückgreifen, einem Gelehrten des 12. Jahrhunderts. Dieser war für seine Zeit bezogen auf den Islam eher ein Freigeist und ist heute sicher keine für die aktuelle Islaminterpretation sonderlich relevante Persönlichkeit.
Ansonsten hebt Sineb El Masrar die Tatsache hervor, dass es viele Frauen, Ehefrauen und Töchter, im Umfeld Mohammeds gegeben habe. Der Hinweis auf Reformatoren des 19. Jahrhunderts wirkt wenig überzeugend.
Wenn es denn nicht unmenschlich wäre – Konversion ist im Islam mit dem Tod bedroht -, wäre Frau El Masrar zu empfehlen, zu einer anderen Religionsgemeinschaft überzutreten. Dem Islam die Idee der Gleichberechtigung von Mann und Frau zu unterstellen, ist ein schöner Versuch. Belastbare Belege gibt es nicht. Auch nicht von Sineb El Masrar.
Um sich der arabischen Mentalität anzunähern, gibt es etliche Möglichkeiten. Hier möchte ich 2 vorstellen, die sich ergänzen und zudem äußerst unterhaltsam sind.
Winston Curchill: Kreuzzug gegen das Reich des Mahdi
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Winston Churchill schreibt über die Geburtsstunde des modernen politischen Islam und den Wüstenkrieg gegen das Reich des Mahdi. Im Aufstand des Mahdi (1881- 1885) zeigt der Islam erstmals das moderne Gesicht einer radikalen politischen Kraft: des militanten Fundamentalismus, wie wir ihn heute zu kennen glauben. Mohammed Ahmed, der Mahdi und Stellvertreter Gottes auf Erden, erobert den Sudan und errichtet ein islamisches Kalifat. Er belagert Khartum, wo sich General Charles Gordon, der Bevollmächtigte Commander der britischen Krone verschanzt hat, und stürmt die Stadt nach 352 Tagen. Gordon wird niedergemacht, Karthum Hauptstadt eines islamischen Gottesstaates – eine historische Demütigung für die Briten. Erst über zehn Jahre später können die Briten sich rächen und das Kalifat zerschlagen. Der ägyptisch-britische Feldzug unter Herbert Kitchener (1896- 1898) setzt modernste Technologie gegen die Reiterarmeen der Araber ein und läutet mit einem bis dahin beispiellosen Aufwand industrieller Kriegslogistik in Nordafrika unwiderruflich unsere Gegenwart ein. Winston S. Churchill war bei diesem Feldzug dabei. Der damals 24 jährige führte eine Kavallerieschwadron – sein Buch über den Feldzug wird ein Jahr später zum Bestseller. Churchill beschreibt den Feldzug, die politischen Verhältnisse, aber auch das Land und die Mentalität der Kriegsgegner. Mit erstaunlicher Unvoreingenommenheit kritisiert er die Fehler der Engländer im Umgang mit dem unterworfenen Gegner und diskutiert die uns derzeit so brennende Frage: Woher bezieht der religiöse Fanatismus seine politischen Energien‘ ‚The River War‘ (so der Originaltitel) erschien nach der Erstausgabe (1899) in mehreren vom Autor selbst gekürzten Ausgaben. Georg Brunold hat in der von ihm edierten und eingeleiteten ersten deutschen Ausgabe von Churchills Buch die zahlreichen Versionen des Textes verglichen und macht uns auch brisante Teile der ursprünglichen Fassung wieder zugänglich, die Churchill selbst gestrichen hatte, als er in die Politik ging. Quelle: Bitte auf Bild klicken.
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Der 7 Oskars prämierte Film von 1960
Lawrence von Arabien
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1916, während des Ersten Weltkrieges: Der Brite Thomas Lawrence (Peter O’Toole) wird von der britischen Regierung nach Saudi Arabien geschickt, um die Verhältnisse bei den dortigen Stämmen auszukundschaften. Er soll sich um eine Vereinigung der Stämme bemühen, um Verbündete für die Einnahme der Türkei zu gewinnen. Während seiner teilweise beschwerlichen Reise durch die Wüstenlandschaften Arabiens auf dem Weg ins Lager von Fürst Fesal (Alec Guinnes), trifft er auch auf Ali (Omar Sharif), der einer seiner Weggefährten wird. Im Laufe der nächsten Zeit gelingt es „El Aurence“, wie er bald genannt wird, die Stämme zu vereinigen. Die Araber nehmen die Stadt Akaba ein. Lawrence wird nach weiteren herausragenden Taten für die arabischen Stämme zum Helden… Quelle: Bitte auf Bild klicken.
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Beide Werke sind zu sehr empfehlen. Sie verschaffen einen hervorragenden Einblick in die arabische Mentalität und das Denken der Kolonialmacht Großbritannien. Bezüge zur heutigen Zeit können hergestellt werden. Alle Menschen, die glauben, Integration, z. B. in die westliche Welt, könne immer gelingen, wenn man denn nur wolle, werden ihren Standpunkt vielleicht überdenken. Es werden Hintergründe für die Lage, wie sie sich heute in der arabisch-muslimischen Welt darstellt, vom Ansatz her erkennbar. Ohne erhobenen Zeigefinger, sondern spannend, unterhaltsam, lehrreich. Dass Churchills Buch darüber hinaus authentisch ist, macht es geradezu zum ´Must` für den Interessierten.
Am 23.2.2016 veranstaltete die CDU Rheinland-Pfalz in Mainz eine Tagung zum obigen Thema. Hochkarätige Gäste waren geladen. Zunächst gab jeder Teilnehmer ein kurzes Statement zur Thematik ab. Dann wurde unter souveräner Leitung von Prof. Dr. Andreas Rödder, Mitglied im Kompetenzteam von Julia Klöckner, auf dem Podium diskutiert.
Julia Klöckner betonte, dass Nagelprobe für gelungene Integration das Geschlechterverständnis sei. Errungenschaften für Frauen, die in Deutschland vor dreißig, vierzig Jahren unvorstellbar waren, die jetzt allgemein und selbstverständlich seien, dürften von niemandem, auch nicht von Menschen, die in Deutschland Schutz oder ein besseres Leben suchen, in Frage gestellt werden. Dabei spiele es keine Rolle, aus welchem Kulturkreis die Menschen kommen. Gleichberechtigung von Mann und Frau in allen Lebensbereichen sei zentraler Bestandteil unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung.
Düzen Tekkal,Mitglied im KompetenzteamJulia Klöckners, machte auf die von Julia Klöckner eingebrachte Problematik vor allem bei Menschen, die aus dem islamischen Kulturkreis kommen, aufmerksam. Wenn sie eine islamische Frau interviewen wolle, rede sie sehr häufig mit 3 ´Personen`. Da seien zunächst ´Allah`, der Vater und der Ehemann der Frau. Diese drei hätten massiven Einfluss auf das, was die Frau sagen darf und was nicht. Eine ´eigene Meinung` der Frau sei, wenn überhaupt, nur sehr schwer zu herauszuhören. Hier sei bei Integration anzusetzen. Erst Säkularisation, die Trennung von Religion und Staat, die Beschneidung des Einflusses der Religion auf den Staat, auf die Gesellschaft, auf die individuellen Einstellungen von Menschen, die vielleicht von Religion nichts wissen wollen, sei hier der Weg. Gleichwohl ein sehr langer, beschwerlicher Weg.
Ähnlich äußert sich Udo Di Fabio, Bundesverfassungsrichter a. D. . Es sei ein wesentlicher Fortschritt, wenn sich alle Menschen an die Werte des Grundgesetzes und, weil weniger abstrakt, die ´ Vorschriften` des Strafgesetzbuches halten würden. Dann wäre viel gewonnen. Zusätzlich wäre es hilfreich, wenn sich Menschen, nicht nur neu nach Deutschland gekommene Menschen, klar darüber würden, dass jede Leistung, die ausgebracht wird, zunächst erst mal erwirtschaftet werden muss. Daraus leitet Herr Di Fabio die Verpflichtung ab, dass sich Menschen nach ihren Möglichkeiten in den Arbeitsprozess einbringen müssen. Nur Rechte in Anspruch nehmen zu wollen, die Pflichten hingegen der produktiven Mehrheitsgesellschaft aufzuerlegen, sei nicht Ziel ein gelingenden Integration.
Rainer Wendt, Vorsitzender der Gewerkschaft der Deutschen Polizei, sprach sich dafür aus, dass zig-tausende Schwerlasttransporter in Zukunft nicht mehr von Polizei begleitet werden müssten, sondern von zivilen Dienstleistern. Die gesetzliche Grundlage sei seit 1.1.2016 gegeben. Es würden erhebliche Kapazitäten für die ´eigentlichen ` Aufgaben von Polizei frei werden. Die hätten durch den Zustrom von Menschen erheblich zugenommen. Nicht nur die durch oder gegen nach Deutschland eingereiste Menschen verübte Vergehen / Straftaten hätten zugenommen; auch die zugereisten Menschen untereinander gerieten in Streit und begingen Straftaten bis hin zu Totschlagsdelikten. Hinzu kämen umfassende Bewachungsaufgaben, z. B. von Flüchtlingsheimen. Das Alles belaste die Polizei, die gleichwohl ihr Beste gebe. Bezug nehmend auf die bereits angesprochene Geschlechterproblematik ergänzte Herr Wendt, dass es nicht hinzunehmen sei, dass bei der Polizei ggf. in Erwägung gezogen müsse, ob Polizistinnen zu bestimmten Einsätzen mitgenommen werden dürften. Hier müsse sich der Staat, die Gesellschaft durchsetzen, sonst würde Integration nicht gelingen.
´Stargast` der Tagung war Sebastian Kurz, der Außenminister Österreichs. Gewinnend und mit nahezu unwiderstehlicher Überzeugungskraft erläuterte Sebastian Kurz das aktuelle Vorgehen Österreichs in der Flüchtlingsfrage. Da europäische Lösungen seit Monaten nicht vorgelegt würden, hätte Österreich das Heft des Handelns selber in die Hand genommen, Tageskontingente und Durchreisekontingente, so wie eine jährliche Obergrenze für Asylbewerber in Österreich festgelegt. Durchsetzen werde Österreich dies mit strikten, lückenlosen Grenzkontrollen und umfassendem Grenzschutz. Die illegale Einreise nach Österreich soll, muss gestoppt werden. Im Übrigen sei durch die Vorgabe von maximal 50 Menschen (ein Bus) pro Stunde und Grenzübergang mit Kontrollmöglichkeit für Deutschland faktisch ebenfalls eine Einreisehöchstzahl festgelegt. Sebastian Kurz erwähnt nicht, dass nur die wenigsten Übergänge zwischen Österreich und Deutschland kontrolliert werden. Illegale, unkontrollierte Einreise ist vollkommen problemlos möglich: Viele, sehr viele Menschen reisen illegal nach Deutschland ein. Niemand weiß, wer sie sind, woher sie kommen und was sie wollen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Tagung wesentliche Aspekte der Integrationsproblematik anriss. Eine wesentliche Rolle kommt den Sicherheitsorganen, insbesondere der Polizei zu. Sie arbeitet direkt am Point of Problem. Sie muss schlichtend, regulierend eingreifen, wenn verschiedene Interessen, Geisteshaltungen und religiöse Einstellungen aufeinandertreffen. Sie muss Straftäter ermitteln und den Gerichten zuführen. Sie muss Garant für die Forderung Herrn Di Fabios sein, dass die Vorschriften des StGB eingehalten und Verstöße geahndet werden. Die Zivilgesellschaft muss sich darauf einstellen, dass mit den neu nach Deutschland kommenden Menschen nicht nur ein langer Integrationsweg vor ihr liegt, sondern dass viele Menschen diese Umwälzungen z. Zt. schlicht und ergreifend nicht akzeptieren wollen. Hier eine unaufgeregte Debatte zu führen, ist nicht leicht, aber keineswegs unmöglich. Die Tagung in Mainz belegte dies eindrucksvoll. Die, betonte Julia Klöckner im Schlusswort, vor einem Jahr so nicht hätte geführt werden können. Fortschritte seien erkennbar.