Oh, wie schön ist Panama

Ich bin nicht reich.

Ich habe keine Gelder in irgendwelchen Briefkastenfirmen –  egal wo – investiert.

Ich bin nicht für das Hinterziehen von Steuern. Auch nicht für Geldwäsche. Was nichts anderes bedeutet, dass unrechtmäßig erworbenes Geld, z. B. durch illegales Glücksspiel, Prostitution oder Drogen, wieder in den legalen Geldkreislauf eingeschleust wird.

Für das Alles bin ich nicht.

Ich bin allerdings auch nicht für pogromartiges Eindreschen auf Personen oder Firmen, die Geld in so genannten Briefkastenfirmen „liegen“ haben. Auch für diese gilt die Unschuldsvermutung. Allein die Tatsache mit einer Briefkastenfirma zu tun zu haben, sie zu nutzen, dadurch Steuern zu sparen, bedeutet nicht,  kriminell zu sein.

Es bedeutet in aller Regel nur, dass es sich um Menschen handelt, die mehr, vielleicht sogar viel mehr Geld als andere Menschen besitzen. Menschen,  die Möglichkeiten wahrnehmen, welche eine globalisierte Finanzwelt bietet. Die dadurch womöglich – ganz legal – Steuern sparen.

Solch ein Verhalten ist in unserer Gesellschaft der gewünschten Gleichheit und Gerechtigkeit anrüchig. Da spielt es keine Rolle, dass die Daten illegal beschafft, gestohlen wurden. Der Schutz dieser Daten, Datenschutz spielt schon gar keine Rolle mehr. Dieser ist vielleicht  für Terroristen noch ok, beim Geld aber hört der Spaß auf.

Weltverbesserer spielen Robin Hood. Stehlen für das Gute. Diskreditieren für das Gerechte. Es spielt keine Rolle, wenn Unschuldige in welchen Abgrund auch immer getrieben werden. Wer viel Geld hat, so die kleingeistige Denke vieler guter Menschen, muss Dreck am Stecken haben. Es trifft immer die Richtigen.

Oh, wie schön ist Panama.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.