NZZ: Das ätzende Gift …

Warum nur löst ein Sternchen solche Debatten aus?

Grün-kursiver Text & alle Verweise, Kommentare

Gewiss, es ist hässlich und verschandelt das Schriftbild. Aber das ästhetische Argument wäre genauso naiv wie der Glaube, ein Zeichen allein führe zur Gleichstellung der Geschlechter.

Hinter dem Gendersternchen lauert etwas anderes, viel Fundamentaleres. Sprache ist ein Herrschaftsmittel. Wer bestimmt, was gesagt oder geschrieben werden darf und in welcher Form, hat Macht über die Gesellschaft.

Mehr

4 Gedanken zu „NZZ: Das ätzende Gift …“

  1. „Sprache ist ein Herrschaftsmittel“. Ja. Wir lernen zum Beispiel, dass bestimmte Nahrungsmittel eigentlich keine Nahrungsmittel, wie wir bisher dachten, sondern in Wirklichkeit Rassen sind.
    Menschliche Rassen. Glauben Sie nicht? Doch!
    Sehen Sie sich das Beispiel des von ’sky‘ gefeuerten Sportreporters Dahlmann an. Der hatte Japan als das „Land der Sushis“ bezeichnet.
    Und wurde prompt wegen Rassismus zum Teufel gejagt. Sicher hat Dahlmann nicht geahnt, dass Sushi eine Rasse ist. Auch Spaghetti – das sind keinesfalls Nudeln! – sondern es ist eine Rasse. Denn unsere Freunde, die Italiener, stellen eine eigene Rasse dar, eben die Spaghettis.
    Engländer bezeichnen Franzosen gerne als „froggies“, weil die so gerne Frosch-Schenkel essen. Also sind auch Franzosen eine Rasse. Namens Froggies.
    Und wir Deutschen? Auch wir sind eine ganz besondere Rasse, die sich „krauts“ nennt.
    Waren wir nicht alle schon tödlichst beleidigt und geradezu traumatisiert, wenn wir hörten, wie wir in alten amerikanischen Spielfilmen genannt werden? Ich weiss noch, ich konnte beim ersten Mal tagelang nicht schlafen, vor lauter Verletztheit. Noch heute schluchze ich laut bei dem Gedanken, dass mich jemand als „kraut“ bezeichnen könnte.
    – Und sind vielleicht die Typen, die überall Rassismus wittern, nicht auch eine Rasse? Eine Rasse, die sich „arme Würstchen“ nennt?

  2. Noch ein Gedanke zum Artikel. „Dürfen Westdeutsche über Ostdeutsche schreiben?“ fragt der Autor. Weisse über Schwarze? Letzteres selbstverständlich nicht – ausser, man stellt sie pflichtschuldigst als die ewigen Opfer der Weissen dar.

    VERBOTEN sind natürlich Aussagen wie die, dass die Schwarzen sich früher fleissig und profitabel am Sklavenhandel mit anderen Schwarzen beteiligt haben, ja sogar die Mehrheit der Erst-Händler und der eigentlichen Sklaven-Fänger stellten, die dann ihre Opfer an Araber und Portugiesen, Holländer, Engländer… weiterverkauften. Die weissen Sklavenhändler trauten sich nämlich gar nicht tief in das Innere Afrikas hinein, sondern blieben meist an der Küste – sie liessen sich die „Ware“ anliefern. Von anderen Schwarzen.
    Das zu erwähnen geht natürlich gar nicht. Obwohl es die historische Wahrheit ist.
    Hierzu gibt es reichliche, leicht zu googelnde Literatur; wer einen Einstieg sucht, kann nachschauen: „Slavery before the Trans-Atlantic Trade“, in: LCDL, Low Country Digital Library; oder auch Flaigs ‚Weltgeschichte der Sklaverei‘; über den Handel der Nordafrikaner mit weissen Sklaven bietet der Wiki-Artikel ‚Barbary Slave Trade‘ einen guten ersten Überblick.
    Aber was zählen schon Fakten für Linke?

    – Verboten sind auch (korrekte) Aussagen wie solche zur anderen Lieblingsminderheit der Linken, den nordamerikanischen Indianern. Man hat sie gefälligst als philosophisch-weise, auf die Umwelt bedachte, friedliche, moralisch hochstehende Opfer der weissen Eroberung zu betrachten. Als nichts anderes. Dass die Indianer sich UNTEREINANDER keinen Deut anders verhielten, eher noch grausamer, als sie von den Weissen behandelt wurden, hat gefälligst unter den Teppich des Schweigens gekehrt zu werden. Die einzelnen Stämme vertrieben und vernichteten ganze andere Stämme, wenn sie um Jagdgebiete oder Handelskontakte konkurrierten. Und sie betrieben (etwa im Südwesten durch Apachen und Comanchen) einen florierenden Sklavenhandel sowohl mit Mexikanern als auch z.B. mit gefangenen Pueblo-Indianern).
    Psst, darf man nicht sagen – ist tabu. Auch wenn es historisch stimmt.
    Ein paar kleine Literaturtipps für die, die sich dafür interessieren:
    a. John Ewers, Intertribal Warfare as the Precursor of Indian-White Warfare in the Northern Great Plains, in: ‚The Western Historical Quarterly‘ 4/1975.
    b. Nathaniel Knowles, The Torture of Captives by the Indians of Eastern North America‘, in: ‚Proceedings of the American Philosophical Society‘ 2/1940 (Vorsicht! Nur für Menschen mit starken Mägen!).
    c. Stan Hoig, Tribal Wars of the Southern Plains, Univ. of Oklahoma Press, 1993.
    d. siehe auch die verschiedenen Veröffentlichungen von Prof. Theodore Fehrenbach über die Komantschen.

    – Und eigentlich dürften wir hier bei ‚mediagnose‘ nach der linken Identitätslogik auch gar nicht über Linke schreiben; denn Normalmenschen können Spinner weder beurteilen, noch über sie schreiben. Das sind quasi zwei verschiedene Rassen. –

    – Ganz anderes, erfreulicheres Thema: U R L A U B.
    Wann dürfen wir endlich, endlich wieder?
    Da ich oben in meinem ersten Kommentar schon unsere Freunde, die Spaghettis, pardon, das ist ja rassistisch, also die Itak…, nein, Italiener erwähnt habe, werfen wir kurz auf einen Blick auf dieses wunderbare Land, das eigentlich keines ist, sondern ein Gesamt-Kunstwerk. Viele von uns wollen ja bald wieder in die Toskana oder an die Strände Liguriens oder Apuliens.

    Zuerst die weniger gute Nachrichten: Die Inzidenz in Italien stieg zuletzt wieder etwas an. Nun wäre das allein wenig relevant (ich halte wenig von diesem Indikator), aber auch die Belegung der Intensivbetten steigt wieder, gerade ist man wieder bei der Zahl von 3000, die in Italien als kritische Grenze gilt (siehe allgemein zur Coronalage in Italien die Grafiken und Zahlen bei ’sky.tg24′, 14.3., „Dati, infografiche e mappe“ – ist auch für nicht des Italienischen Mächtige gut zu verstehen). Allerdings ist man vom Novemberhöchststand von über 3800 noch ein gutes Stück entfernt.

    Die Inzidenzzahlen an sich werden in dem Mass irrelevanter, indem die Risikogruppen geimpft sind. Denn Infizierte, die kein erhöhtes Risiko für schwere Corona-Verläufe haben, stellen kein grosses Problem dar. Das Impftempo in Italien wird praktisch von Woche zu Woche gesteigert; man kann das z.B. auf der Grafik des ‚Corriere della Sera‘ vom 14.3. sehen („Vaccini in tempo reale“).
    Das hat sich von rund 100.000 Impfdosen im Januar bis auf jetzt circa 200.000 pro Tag erhöht, und die Kurve verläuft relativ steil nach oben.
    Insgesamt sind jetzt mehr als 6,7 Millionen Dosen verimpft worden. Zwar haben nicht so viele Italiener bereits die Zweit-Dosis erhalten, aber auch die erste Impfdosis ALLEIN schützt schon recht gut wenigstens vor schweren Verläufen von Covid , und zwar bei allen zur Zeit in Italien und Deutschland verimpften Stoffen (siehe ‚Guardian‘ vom 22.2.21, „One vaccine dose gives high protection from severe Covid, evidence shows“).

    Italien hat in Europa die älteste Bevölkerung (nach Durchschnitt) überhaupt, und damit die höchste Risikogruppe (in Deutschland kommen laut RKI 87% der Coronatoten aus der Gruppe der über 70Jährigen, das ist in Italien ganz ähnlich).
    Italien hat etwa 7 Millionen Einwohner über 75 Jahren, und etwa 14 Millionen über 65.
    Bei fast 7 Millionen verimpften Erst-Impfdosen, die schon gut vor schweren Verläufen schützen, und bei steigendem Impftempo ist also mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu erwarten, dass das Coronaproblem sich IN WENIGEN WOCHEN mehr oder weniger aufgelöst haben wird.
    Es werden dann im wesentlichen nur noch jüngere, wenig gefährdete Menschen infiziert, die keine oder nur schwache Krankheitssymptome aufweisen.
    – Da die italienische Wirtschaft vom Tourismus abhängig ist, wird das dazu führen müssen, dass die Italiener ihre Coronamassnahmen lockern oder ganz aufheben werden, dass es eine Freude und Pracht ist.
    Denn Draghi mag für uns Deutsche zwar nicht die allersympathischste Figur sein – im Gegensatz zu unseren Regierenden ist er aber wenigstens kein Idiot.

    Die Frage ist, was macht unsere bekanntermassen hochintelligente, hocheffiziente deutsche Regierung, weise geführt von unserem Physik-Genie? Wird man in Quarantäne müssen, wenn man dann in Italien Urlaub gemacht hat und zurückkommt?
    Ich glaube nicht. Der öffentliche Druck wird auch hier zu gross werden. Und auch in Deutschland wird Corona ab-ebben, entgegen den blödsinnigen Voraussagen des RKI. Die Inzidenzen werden zwar noch hoch sein, die schweren Verläufe und die Krankenhaus-Einweisungen aber stark zurückgehen.

    DANN IST DER WARME SÜDEN WIEDER OFFEN FÜR UNS SONNENHUNGRIGE!

  3. Lieber Herr Thöne, mir ist VÖLLIG WURSCHT, was ein einzelner italienischer Arzt für eine Meinung hat. Meinetwegen sogar vier oder fünf Ärzte oder Apotheker oder auch ein ganzer Schwarm von Esoterikern.
    Ich als Laie richte mich danach, was in der weit überwiegenden MEHRZAHL der medizinischen Publikationen steht. Ich bin zwar kein Mediziner, habe aber Experimentaufbau, Statistik, und Planung von Feldstudien von der Pike auf gelernt, kann also durchaus abschätzen, was wissenschaftlich ist, und was nicht.
    – Und vor diesem Hintergrund ist es für mich rational, anzunehmen, dass die Corona-Impfstoffe wirksam sind. Erst recht, weil der Arzt im Rubikon-Artikel keine wissenschaftlichen Gegenbeweise gegen die Urteile der Arzneimittelbehörden VIELER Länder zur Wirksamkeit der Impfungen bringt.
    Mein Hausarzt, den ich seit ewigen Zeiten kenne und der nicht nur ein erwiesen guter Mediziner, sondern auch ein kluger Kopf ist, der durchaus nicht immer mit dem Strom schwimmt, hat sich bereits impfen lassen und empfiehlt mir dasselbe.
    Einzelne Stimmen gegen die wissenschaftliche Mehrheit gibt es immer, auf fast allen Gebieten.
    Es gibt in der Biologie sogar noch Lamarckisten, die nicht an die Evolution glauben, sondern z.B. daran, dass die Giraffen solch lange Hälse haben, weil sich Generationen von diesen Tieren hoch in die Bäume reckten, um an Blätter zu kommen.
    Solche Dinge gehören in den allermeisten (nicht in allen) Fällen ins KABARETT oder in die Fastnachtsbütt, nicht in eine ernsthafte Handlungserwägung. Bis zum Beweis des Gegenteils.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.